Airline dementiert
Verwirrung um Expansionspläne von Air France

Frankreichs Regierung meldet das Aus für die Ausbaupläne von Air France. Ein Sieg für die streikenden Piloten? Noch nicht. Denn die Airline dementiert postwendend, dass die Expansion ihrer Billigtochter vom Tisch ist.
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Ein Sprecher der Fluggesellschaft Air France hat Angaben aus der französischen Regierung zurückgewiesen, wonach die Ausbaupläne für die Billigtochter Transavia komplett aufgegeben worden seien. Es sei „verfrüht" davon zu sprechen, dass das Vorhaben zurückgezogen worden sei, sagte der Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies dem Sender RMC gesagt, die Unternehmensführung habe das Projekt aufgegeben.

Von Seiten des Unternehmens sei weiterhin der am Montag unterbreitete Vorschlag aktuell, die europaweiten Ausbaupläne vorerst auf Eis zu legen und bis zum Jahresende einen Dialog mit den Sozialpartnern zu führen, sagte der Air-France-Sprecher. Dies hatte Air-France-KLM-Chef Alexandre de Juniac vorgeschlagen. Die wichtigste Pilotengewerkschaft SNPL wies dies aber zurück. Ihrer Forderung, das Projekt eines europaweiten Ausbaus von Transavia aufzugeben, schlossen sich noch fünf weitere Gewerkschaften verschiedener Berufsgruppen von Air France an.

Die Piloten von Air France machen aus Protest gegen die Ausbaupläne seit Montag vergangener Woche mit massiven Streiks Druck auf das Unternehmen und legen den Flugverkehr in Frankreich in weiten Teilen lahm. Sie fürchten, dass sie durch billigere Kollegen ersetzt werden sollen. Air France will durch die geplante Ausweitung der Aktivitäten von Transavia auf ganz Europa auf die wachsende Konkurrenz durch Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair reagieren.

Bereits am Dienstag war Europas zweitgrößte Airline auf die Piloten zugegangen und hatte ein Aus der umstrittenen Expansionspläne der Billigtochter in Aussicht gestellt. Das Vorhaben solle zunächst bis Jahresende ausgesetzt werden, sagte der Chef der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM, Alexandre de Juniac, dem Radiosender „France Inter" am Dienstag. Falls bis dahin keine Einigung erzielt werde, sei das Management verpflichtet, das Projekt abzubrechen.

Die Arbeitsniederlegungen haben das Unternehmen jeden Tag zehn bis 15 Millionen Euro gekostet. Lufthansa zweitgrößten europäischen Fluggesellschaft. Grund für den Widerstand der Angestellten: Die Gewerkschaften verlangen für die Piloten der Transavia dieselben Verträge wie bei Air France. Zudem befürchten sie, dass mit dem Ausbau der Billig-Airline Arbeitsplätze ins Ausland verlagert sowie Kurz- und Mittelstrecken an das Tochter-Unternehmen übertragen werden.

Aus ähnlichen Gründen streikten auch die Piloten der Lufthansa in den vorigen Wochen. Zudem geht es den 5400 Flugzeugführern der Kranich-Linie um die Beibehaltung der bisherigen Frührentenregelung. Seit Ende voriger Woche verhandeln die beiden Tarifparteien wieder.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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