Airline hat Wachstum von Umweltbelastungen entkoppelt
Lufthansa profitiert von leiseren Jets

Flugzeuge gelten als Dreck- und Lärmschleudern. Dass es über den Wolken und am Boden nicht so sein muss, macht der „Kranich“ vor, die deutsche Lufthansa. Ihre Flotte ist eine der modernsten und umweltverträglichsten ihrer Größe, meint Bernhard Bauske, Leiter strategische Unternehmenskommunikation der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature.

FRANKFURT. Durch langfristige Investitionsplanung und starke Modernisierung hat „der Kranich“ sein Wachstum im Passagierverkehr größtenteils von seinen Umwelteinflüssen entkoppelt.

Die Anstrengungen und hohen Investitionen zahlen sich aus: nicht nur durch Lob von Experten und Um-weltschützern, sondern auch ökonomisch durch niedrigere Gebührensätze, weniger Treibstoff- und Energiekosten sowie geringeren Motorenverschleiß. „Wir sehen die Lufthansa zudem bewusst als nachhaltiges Investment“, sagt Karlheinz Haag, seit zwei ein halb Jahren Leiter des Bereichs Umweltkonzepte. In der Frankfurter Konzernzentrale ist man daher stolz, seit Jahren eine Spitzenposition im weltweit führenden Nachhaltigkeitsindex Dow Jones Sustainability Index (DJSI) zu halten. „Lufthansa und British Airways sind beide extrem gut. Im Umwelt- und Sozialbereich sind die Deutschen Branchenführer“, urteilt Aino Piekkola, Analystin bei dem für den Index zuständigen Schweizer Fi-nanzdienstleister SAM Indexes.

Die Konzernflotte benötigte 2003 nach Firmenangaben durchschnittlich nur noch 4,3 Liter Kerosin, um einen Fluggast 100 Kilometer weit zu fliegen. Das sind gut 27 % weniger als 1991. Manche Chartergesellschaften kämen dank einer strukturell besseren Auslastung als Liniengesellschaften zwar auf noch bessere Werte, aber im Vergleich zu anderen Liniengesellschaften könne sich das Resultat sehen lassen, meint Bauske. Nur im Frachtbereich flögen noch einige ältere Maschinen.

Dem Konzern gelang es in den letzten 12 Jahren, sein Verkehrswachstum deutlich von den Emissio-nen zu entkoppeln. „Unser Ziel ist, dies auch in der Zukunft zu erreichen“, sagt Haag. „Das wäre ein großer Schritt nach vorne – aber nur, wenn das Wachstum nicht auf weniger ehrgeizige Partner verlagert wird“, urteilt Christoph Bals, Leiter Klimaschutz der Umweltorganisati-on Germanwatch.

Anfänglich investierte die Lufthansa nur aus Wirtschaftlichkeitserwägungen in modernere Flugzeuge. Sie benötigen weniger Treibstoff und weniger Wartung, sind also effizienter. Dass zugleich umweltschädliche Emissionen sanken war ein glücklicher Zufall, wie Haag einräumt. „Inzwischen aber hat sich Emissionssenkung zu einem fast gleichrangigen Ziel wie Effizienz entwickelt.“

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