Airline sieht sich auf Kurs
Lufthansa trotz Millionen-Verlust solide

Die drastisch gestiegenen Treibstoffkosten sowie Verluste der Billigfluggesellschaft Germanwings haben die Deutsche Lufthansa im ersten Quartal stärker in die roten Zahlen gedrückt. Dennoch bekräftigte Europas zweitgrößte Fluggesellschaft ihren Geschäftsausblick für das Gesamtjahr.

HB FRANKFURT. „Lufthansa hält Kurs und trotzt dem Gegenwind. Auch bei einem Ölpreis von über 70 Dollar trägt unsere Strategie, mit innovativen Produkten zu überzeugen und neue Kunden zu gewinnen“, erklärte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag. Der deutsche Branchenprimus peilt 2006 ein operatives Ergebnis mindestens in Höhe des Vorjahres (577 Millionen Euro) an.

Im ersten Quartal verringerte die Lufthansa ihren Konzernverlust dank eines besseren Finanzergebnisses um 15,5 Prozent auf 98 Mill. Euro. Durch Rückstellungen für den Caterer LSG Sky Chefs in Nordamerika von 20 Mill. Euro und die vollen Einbeziehung von Eurowings in die Bilanz vergrößerte sich der operative Verlust allerdings auf 75 Mill. Euro nach 26 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. „Beide Abweichungen werden das Gesamtergebnis nicht beeinflussen“, sagte der scheidende Finanzchef Karl-Ludwig Kley. Bei LSG Nordamerika sei zudem nicht mehr mit weiteren Aufwendungen zu rechnen. Änderungen des Tarifvertrages und langfristige Mietverträge würden vielmehr zu jährlichen Einsparungen von rund 50 Mill. Dollar führen.

Der Fokus von Lufthansa bleibe auf maßvolles Wachstum gerichtet. „Wir sind durchaus optimistisch, was den weiteren Verlauf des Jahres anbelangt“, sagte Kley. In den ersten drei Monaten steigerte Lufthansa den Umsatz um 13,9 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. Die Verkehrserlöse verbesserten sich auch dank gestiegener Passagierzahlen um 12,9 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Aber auch Catering, Technik, IT-Services und Logistik verzeichneten zweistellige Umsatzzuwächse. Unter anderem wegen der Einbeziehung der Eurowings vergrößte sich allerdings der operative Verlust in der Passagierbeförderung von 78 auf 113 Mill. Euro. Er sehe aber keine Probleme für die Prognose 2006. „Wir werden besser sein als 2005“, betonte Kley.

Integration von Swiss kommt voran

Die Integration von Swiss schreite zügig voran, betonte Konzernchef Mayrhuber. Für das erste Quartal 2006 wies die Airline erstmals seit fast zwei Jahren und erst zum dritten Mal überhaupt einen Gewinn aus. Auch der Umsatz stieg deutlich. Nach einem Verlust von 44 Mill. Franken im Vorjahreszeitraum flog die Swiss in den ersten drei Monaten 2006 einen Gewinn von vier Mill. Franken aus. Ohne währungsbedingte Buchgewinne wäre allerdings ein Verlust von drei Mill. Franken angefallen. Der Umsatz stieg um knapp neun Prozent auf 929 Mill. Franken.

Analysten wiesen darauf hin, dass das erste Quartal in der Airlinebranche traditionell schwach sei. Die WestLB sprach von soliden Ergebnissen bei Lufthansa trotz starken Gegenwinds. Allerdings sei das Ergebnis wegen der Einbeziehung von Eurowings schwächer ausgefallen als erwartet.

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