Airline streicht 300 Flüge

Lufthansa streikt auch am Samstag

Am ersten Tag des Streiks legen die Flugbegleiter ab 14 Uhr zwei wichtige Lufthansa-Drehkreuze lahm. Ab 14 Uhr soll in Frankfurt und Düsseldorf kein Kranich-Flieger mehr abheben. Das trifft fast 40.000 Passagiere auf 300 Flügen.
Update: 06.11.2015 - 19:17 Uhr
Essen und Getränke – nach drei Stunden Wartezeit
Wer hat überhaupt Anspruch auf Entschädigungen?
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Grundsätzlich gibt es nur dann Geld, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätungen, Umbuchungen oder Flugannullierungen selbst verantwortlich ist. Beispiele sind etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten, rechtzeitig Crews vor Ort zu schaffen.

Welche Ausnahmen gibt es?
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Doch nicht für alles können die Airlines in die Pflicht genommen werden. Kein Anspruch auf Entschädigung besteht etwa bei Streiks oder Verzögerungen durch Wetter oder Beeinträchtigungen etwa durch Vulkanasche.

Was ist im Winter?
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Vorhersehbare Folgen der Witterung, auf die Airline reagieren kann, setzen die Fluggastrechte nicht außer Kraft. Kommt es zum Beispiel bei der Enteisung der Maschinen zu Verzögerungen, müssen die Fluggesellschaften zahlen.

Wie viel Geld gibt es?
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Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Strecke, die geflogen wird. Das meiste Geld gibt es bei Langstrecken ab 3500 Kilometern. Dann kann der Fluggast 600 Euro fordern. Bei Strecken zwischen 1500 und 3500 Kilometern werden 400 Euro fällig, darunter 200 Euro.

Welche Rolle spielt die Dauer der Verspätung?
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In allen Fällen gilt: Geld gibt es erst dann, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt.

Was ist, wenn die Fluggesellschaft nicht verantwortlich ist?
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Auch bei Verspätungen etwa wegen des Wetters oder wegen eines Streiks haben bestimmte Fluggäste Rechte. So müssen sie ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Zudem haben sie das Recht auf ein kostenloses Telefonat. Bei sehr langen Wartezeiten muss sogar eine Hotelübernachtung gestellt werden.

Wann gibt es in diesen Fällen Hilfe?
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Die genannte Unterstützung richtet sich nach der Flugstrecke und der Dauer der Verspätung. Die Regel greift bei Kurzstrecken unter 1500 Kilometern erst ab einer Wartezeit von zwei Stunden, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei noch längeren Flügen nach vier Stunden.

FrankfurtMit Arbeitsniederlegungen am Drehkreuz Frankfurt und in Düsseldorf haben die Flugbegleiter der Lufthansa am Freitag den längsten Streik in der Firmengeschichte begonnen. Die Lufthansa musste 290 Flüge absagen, darunter 15 Überseeverbindungen. Betroffen waren rund 37.500 Passagiere. Der Ausstand soll sich über acht Tage hinziehen.

An beiden Standorten fallen am auch Samstag rund 520 Flüge der Lufthansa aus. Betroffen seien rund 58 000 Passagiere, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag. Laut Ankündigung der Gewerkschaft Ufo ist dann für Sonntag eine Streikpause geplant.

Am Samstag sollten die Langstreckenflieger ab Frankfurt wieder planmäßig verkehren, weil dort nur die Mittelstreckenjets bestreikt werden sollten. Laut Lufthansa wird im Fernverkehr am Samstag lediglich die Düsseldorfer Verbindung nach New York gestrichen. Zu Ausfällen werde es bei Inlands- und Europaflügen kommen. Deutschland- und Kontinental-Flüge aus Frankfurt würden „nahezu komplett annulliert“, sagte der Sprecher.

Die Fluggesellschaft und der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport stellten sich auf eine hohe Zahl gestrandeter Passagiere ein. Die Airline hatte nach eigenen Angaben 2500 Hotelzimmer in der Stadt reserviert. Diese können von Fluggästen genutzt werden, die in den Schengen-Raum einreisen dürfen. Transit-Passagiere ohne Visum dürfen hingegen das Flughafen-Terminal nicht verlassen. Fraport werde dort 600 Feldbetten aufstellen und zusätzliches Betreuungspersonal einsetzen, kündigte ein Sprecher an.

Nach Lufthansa-Angaben gab es aber bis zum frühen Abend keine Passagiere, die die Nacht wegen fehlender Einreiseerlaubnis im Transitbereich des Terminals verbringen mussten. Viele hätten die Online-Umbuchung genutzt, so seien lange Warteschlangen ausgeblieben, sagte ein Sprecher.

Auf dem Flughafen München herrschte nicht weniger, sondern mehr Betrieb: „Wir haben am Freitag vier Langstrecken-Maschinen aus Asien, die in Frankfurt landen sollten, nach München umgeleitet“, sagte Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger. Damit kämen 1200 Passagiere zusätzlich in München an. Von hier aus könnten die Umsteiger auch zu ihren eigentlichen Zielorten weiterfliegen.

Die Tarifverhandlungen für die rund 19 000 Stewardessen und Stewards der Lufthansa-Kerngesellschaft ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die komplexen Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten. Am Donnerstag waren Last-Minute-Verhandlungen ohne Erfolg geblieben.

Wer mit Lufthansa fliegt, spielt russisches Roulette
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