Airline-Studie
Bessere Technik, doch mehr CO2-Ausstoß

Sparsamere Triebwerke, bessere Aerodynamik: weltweite Fluggesellschaften sparen beim CO2-Ausstoß. Allerdings hat die Sache einen Haken: Durch stärkere Nutzung steigt der Gesamtausstoß überdurchschnittlich an.
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Berlin/HannoverKlimakiller trotz vermehrter Sparerfolge: Die Weltluftfahrt stand bei der Veröffentlichung des jüngsten Airline-Klimaindexes am Pranger. „Es geht nicht schnell genug mit der Verringerung des CO2-Ausstoßes - wir erleben seit fast 16 Jahren Stillstand“, klagte der Geschäftsführer der Klimaschutz-Organisation Atmosfair, Dietrich Brockhagen. Es gebe keinen Anlass, sich entspannt zurückzulehnen. Seine Kritik zielt vor allem auf die internationale Luftverkehrsorganisation ICAO.

Deren 191 Teilnehmerstaaten hatten im Oktober im kanadischen Montreal beschlossen, bis 2016 ein globales System für CO2-Abgaben im Luftverkehr zu entwickeln. Fluggesellschaften müssen dann Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vorweisen. Vor diesem Hintergrund hatte auch die Europäische Union (EU) auf Kompromiss geschaltet. Sie hatte zuvor Staaten wie China oder die USA mit ihrer Klimaabgabe für Flugzeuge auf die Barrikaden getrieben. Nach der ICAO-Konferenz präsentierte sie ein deutlich abgeschwächtes Vorhaben. Das ICAO-System soll erst 2020 in Kraft treten - viel zu spät, wie Kritiker meinen. Zudem sind regionale Sonderwege geplant.

Die Autoren des Klimaindexes untersuchten vor diesem Hintergrund erstmals, ob denn die Effizienz von Airlines aus Entwicklungs- oder Schwellenländern wirklich so stark schwankt. Ihr Fazit: Es fällt kaum ins Gewicht. In der Gesamtwertung der Klima-effizienten Airlines lag etwa die brasilianische TAM auf Rang acht. „Es ist interessant zu sehen, wie schnell die Airlines aus China und Indien aufholen“, sagt Brockhagen. Eva Airways mit Sitz in Taipeh folgt etwa auf Rang 15, gefolgt von Cathay Pacific (16) und Jet Airways aus Indien (17). Die höchste Effizienzklasse A erreicht jedoch keine Fluggesellschaft. In der Klasse B aber steht der deutsche Ferienflieger Tuifly auf Platz zwei, Condor auf Platz sechs. Auf Platz zwölf folgt Airberlin - allerdings bereits in Klasse C. Deutschlands größte Airline, die Lufthansa, landet im Ranking von Atmosfair auf Platz 67 in der Effizienzklasse D. Zwar habe die Fluggesellschaft ihr fliegendes Material verbessert, die Auslastung sei aber gefallen. Richard Bransons Virgin Atlantic landetauf Rang 116.

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  • Ich wuerde tatsaechlich gerne wissen, was fuer eine technische Offenbarung die Betrachtung des CO2-Ausstosses gegenueber dem Kraftstoff-Verbrauch bei gleichbleibender Kraftstoff-Art, einem ermoeglicht.

  • Der industrielle Wohlstand verhält sich ziemlich linear zum Energieverbrauch und damit zu den CO2 Emissionen. Damit ist ein höherer CO2 Ausstoss wünschenswert und erfreulich.

    Ein höherer CO2 Gehalt in der Atmosphäre ist für das Pflanzenwachstum und damit für Landwirtschaft und Mensch vorteilhaft.

    Allerdings sind die CO2 Emissionen durch das verbrennen fossiler Brennstoff sehr gering im Verhältnis zu den Gesamtkohlenstoffemissionen der Erde und vernachlässigbar zum Kohlenstoffkreislauf der Erde inkl. dem gespeicherten Kohlenstoff (Kohlensäure) der Weltmeere, der Vegetation und der Sedimente.

    Vandale

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