Airline-Übernahme
Air France zieht bei der AUA zurück

Mangelnde Transparenz, zu hoher Preis - für Air France ist eine Übernahme der ins Straucheln geratenen Autrian Airlines keine Option mehr. Neben der russischen Fluggesellschaft S7 gilt die Lufthansa nun als Favorit. Ein Angebot soll bereits vorliegen.

WIEN/FRANKFURT. Vorentscheidung im Wettstreit um Austrian Airlines: Die Fluggesellschaft Air France- KLM ist im Bieterwettbewerb um Austrian Airlines (AUA) ausgestiegen. Nach unbestätigten Angaben hat nur die Deutsche Lufthansa rechtzeitig ein Angebot für die in Schwierigkeiten geratene AUA vorgelegt. Ob es sich aber um eine vollständige Offerte des deutschen Unternehmens handelte, blieb bis gestern Abend unklar.

Lufthansa gilt aber jetzt als Favorit zur Übernahme des kleineren Wiener Konkurrenten. Die russische Fluggesellschaft S7 ist Kreisen zufolge zwar noch im Rennen um Austrian Airlines. S7 wolle ein "ernsthaftes Angebot" für das Unternehmen später vorlegen, hieß es gestern. In Österreich ist der Widerstand gegen eine Übernahme durch S 7 aber groß.

Air France-KLM hatte den zu hohen Preis sowie mangelnde Transparenz bei der Überprüfung der Geschäftsunterlagen der österreichischen Fluggesellschaft kritisiert. Der Konzern aus Frankreich begründete seinen Rückzug auch mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die die Übernahme der AUA aus französischer Sicht derzeit nicht erlaube. Das Netz der AUA, die vor allem auf Strecken nach Osteuropa stark ist, sei für Air France nicht unbedingt nötig. Grundsätzlich sei der französische Konzern aber noch an Gesprächen mit den Österreichern interessiert.

Österreichischen Medienberichten zufolge kritisiert auch Lufthansa den geforderten Kaufpreis von rund 1,4 Mrd. Euro, zu denen noch Schulden über 900 Mio. Euro kämen. Nach dem Rückzug von Air France könnte die Lufthansa jetzt versuchen, den Preis für die AUA massiv zu drücken. Lufthansa habe klare Bedingungen gestellt, auch in finanzieller Hinsicht, hieß es in Branchenkreisen: "Die AUA wird in der Öffentlichkeit immer noch als Perle dargestellt, sie ist aber ein Sanierungsfall. Das muss die Lufthansa bei einem Angebot natürlich berücksichtigen."

Im Gegenzug könnten die Österreicher aber auch im letzten Moment auf den Verkauf ihrer Airline verzichten. Die Entscheidung fällt erst am Montag in einer Aufsichtsratssitzung der ÖIAG. Gestern endete nur die Frist für ein Übernahmeangebot des staatlichen Anteils von knapp 43 Prozent von Austrian.

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