Airline-Verbund: HLX und Hapagfly
Tui will mehr Fluggäste und weniger Personal

Der Touristikkonzern Tui hat einen kompletten Verkauf seines Fluggeschäfts ausgeschlossen. Allerdings nimmt das Unternehmen verstärkt Partnerschaften ins Visier und plant einen Jobabbau. HLX und Hapagfly sollen nach ihrem Zusammenschluss 2007 zudem deutlich mehr Gäste befördern als noch in diesem Jahr.

HB HANNOVER. Das gemeinsame Angebot von HLX und Hapagfly steige - gemessen an Sitzen - im ersten gemeinsamen Sommerflugplan um gut ein Viertel, berichtete der Touristikkonzern am Dienstag in Hannover. Unter dem neuen Markenverbund rechnet die Tui im kommenden Jahr mit mehr als 13,5 Mill. Passagieren, nach 11,5 Mill. in diesem Jahr. Insbesondere der Vertrieb über das Internet soll stark ausgeweitet werden. Der Name soll bis Ende Oktober feststehen.

Von der Zusammenlegung erwartet Tui zudem jährliche Einsparungen von 40 Mill. Euro. Darin enthalten sei auch der Abbau von 200 Stellen insbesondere bei den Verwaltungen, sagte der Geschäftsführer von Hapagfly, Tui-Vorstand Christoph Müller. Neben den Stellenstreichungen werde es Neueinstellungen beim fliegenden Personal geben. Im kommenden Jahr werde die Beschäftigtenzahl voraussichtlich über der aktuellen von durchschnittlich 2500 liegen.

Mit dem Zusammenschluss der Billigflugtochter HLX und dem Ferienflieger Hapagfly entsteht die drittgrößte Fluggesellschaft in Deutschland, nach Air Berlin und Lufthansa. Der erste gemeinsame Sommerflugplan wird am Freitag freigeschaltet. Er ist im Internet und weiterhin auch im Reisebüro buchbar. Ausgeweitet wird möglicherweise die Vertriebskooperation mit Air Berlin. Gespräche darüber liefen, sagte Müller.

Wachsender Markt der Internetbuchungen

Als einen wichtigen Grund für die Zusammenlegung führte der Manager aus, man wolle auf dem stark wachsenden Markt der Internetbuchungen stärker mitmischen. Anders als im Chartergeschäft, das schrumpfe und außerdem stark von Saisonschwankungen abhänge, sei im Internet zwölf Monate im Jahr Rendite zu erwirtschaften. Und mit HLX sei die Tui gut aufgestellt. Müller: „hlx.com ist die stärkste Internetmarke im gesamten Konzern.“

Die neue Gesellschaft soll deshalb nach den Prinzipien des Low-Cost-Geschäftsmodells organisiert werden. Ziel sei es, rund 60 Prozent Einzelplätze und die übrigen 40 Prozent der Sitze über Reiseveranstalter zu verkaufen. Große Chancen lägen auch im Verkauf anderer touristischer Leistungen wie Hotels, Theaterkarten oder Mietwagen, die die Kunden immer häufiger auf den Airlineseiten dazubuchten.

In der Debatte um neue Partnerschaften in der Airline-Branche trat Müller Spekulationen über einen Verkauf der Tui-Gesellschaften entgegen. „Wir wollen den Zugriff auf Airlines und Flugpläne behalten“, betonte Müller. Das gehöre zu den „Kernkompetenzen“ des touristischen Geschäfts der Tui. „Ein vollständiger Verkauf der Airlines ist nicht denkbar.“ Offen zeigte er sich aber für mögliche Beteiligungen. „Wir sind nicht auf Partnersuche“, sagte er. Wenn sich aber ein sinnvolles Angebot ergebe, das Risiken vermindere und Chancen vergrößern könne, „sind wir da sehr offen.“

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