Airline will Kosten senken
Mit wenig Gepäck wird's bei Ryanair billiger

Die irische Ryanair senkt zum 16. März ihre Ticketpreise um satte neun Prozent. Wirklich profitieren können davon aber wohl nur Kurzreisende, denn an anderer Stelle langt die Billigfluggesellschaft zu.

HB FRANKFURT. Ryanair will mit neuen Gebühren für die Gepäckmitnahme ihre Kosten am Boden um zehn Prozent senken. Ab Mitte März an müssen Passagiere mindestens 3,50 Euro pro aufgegebenem Koffer bezahlen, kündigte Europa-Marketingchefin Caroline Baldwin am Mittwoch in Frankfurt an. Im Gegenzug würden die Flugpreise um diesen Betrag pro Strecke gesenkt. Handgepäck bis zehn Kilogramm werde weiterhin kostenlos befördert. „Gezahlt wird nur der Service, der auch genutzt wird“, sagte Baldwin.

Das neue Gebührensystem soll die Zahl der Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen, von derzeit 25 Prozent auf deutlich über 40 Prozent erhöhen. Diese Fluggäste sollen künftig alles von der Buchung bis zum Einchecken über das Internet abwickeln, so dass sie nicht mehr am Flughafen Schlange stehen müssen. Dadurch wird weniger Kapazität für das Check-In und die Gepäckaufbewahrung benötigt. Ryanair beziffert das Einsparvolumen bei den Kosten am Boden auf 30 Mill. Euro pro Jahr, was einem Zehntel des Gewinns entspreche. Erste Verträge mit den Flughäfen seien schon abgeschlossen.

Trotz der Einsparungen soll es keine Entlassungen geben. „Es werden keine Jobs verloren gehen“, versicherte Baldwin, ohne Angaben über die Zahl der Mitarbeiter zu machen. Bei weiter steigenden Passagierzahlen werde das Personal anderweitig gebraucht. Ryanair rechnet im Geschäftsjahr 2006/07 (31. März) mit 42 Mill. Fluggästen nach 35 Mill. in diesem Jahr. Der Billigflieger bedient 113 Flughäfen und 300 Strecken in Europa.

Germanwings bleibt gelassen

Konkurrent Germanwings reagiert nicht auf die am Vormittag angekündigte Preissenkung bei Ryanair. Germanwings biete andere Produkte für eine andere Kundschaft, sagte ein Sprecher am Mittwoch zu Dow Jones Newswires. Aus diesem Grund sei die Airline von dieser Ankündigung „nicht so“ betroffen.

Germanwings habe einen Anteil an Geschäftsreisenden von mehr als 50 Prozent und fliege größere Flughäfen als Ryanair an, sagte der Sprecher. Aus diesem Grund sei auch das von dem Mitbewerber angekündigte online-Einchecken kein interessantes Thema. Die Germanwings-Kunden seien das Einchecken per Automaten gewohnt und würden diesen Service beispielsweise am Flughafen Köln/Bonn sehr gut annehmen. „Online-Check-In würde bei unseren Kunden nicht so nachgefragt werden“, sagte der Sprecher.

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