Airport-Marketing: Kunterbunt statt mausgrau

Airport-Marketing
Kunterbunt statt mausgrau

Die deutschen Flughäfen suchen neue Einnahmequellen: Sie wandeln sich von mausgrauen Monopolbehörden hinter hinter Betonpisten zu kunterbunten Vermarktungszentren.

MÜNCHEN. Auf dem Flughafen München landen Lufthansa-Jets, die einen schwarz-weiß lackierten Fußball auf der Nase tragen. Sie rollen vorbei am Vorfeld-Tower, dessen Fläche während der WM 2006 zu Werbezwecken an einen Technikkonzern verkauft ist – für stolze 200 000 Euro. Auf der Freifläche zwischen Terminal 1 und 2 arbeiten die Münchener am Aufbau einer gesponserten Fußballarena mit 1 300 Sitzplätzen, die alle WM-Spiele auf einer Großbildleinwand übertragen wird. Der Flughafen ist im Fußballfieber – und die Marketingabteilung im Dauerstress. Zur WM dürfen fast alle Flächen vermietet werden: Wände, Gepäckbänder, ganze Flugzeughallen, notfalls das letzte freie Plätzchen unter dem Dach.

Auf Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg könnte sich im Frühsommer ein ähnliches Bild bieten. Auch dort wird das Thema Marketing neuerdings mit Professionalität angepackt. Deutschlands Flughäfen, einst mausgraue Monopolbehörden hinter Betonpisten, wandeln sich zu kunterbunten Zentren, in denen sich Werbetreibende nach Lust und Laune austoben: Die Chance, dass die großen Flughafenareale auffällige Werbeaktionen in fast jeder Dimensionierung erlauben und zudem eine kaufkräftige Zielgruppe ansprechen, lassen sich viele Firmen nicht entgehen: BMW etwa hat im neuen Münchener Glasterminal einen Kühlergrill in 30facher Vergrößerung an die Wand gehängt, der den Kunstnamen „Welcome Wall“ trägt. Blicken die Passagiere von unten durch die silbernen Lamellen, erkennen sie eine Schar wilder Hengste.

Für die Zeit der Fußball-WM will München gar ganze Terminalwände, 200 Meter breit und 20 Meter hoch, als Werbefläche verkaufen und damit 500 000 Euro einstreichen. „Die WM ist eine Ausnahmesituation, auf die wir entsprechend reagieren“, sagt Jens Hassler, Marketingchef des Flughafens München. 30-prozentige Preiserhöhungen hält er während der WM für angemessen, viele seiner Kollegen träumten im Vorfeld des Spektakels von 100 Prozent und mehr. Die Marketinggeschäfte jedenfalls brummen: Der jährliche Werbeumsatz am Flughafen München hat die Zehn-Millionen-Euro-Grenze überschritten, 2006 soll er um zehn Prozent klettern.

Seite 1:

Kunterbunt statt mausgrau

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%