Airports fürchten Wettbewerbsverzerrung
Flughafenchefs warnen vor Pkw-Maut

An den Flughäfen Weeze und Köln/Bonn fliegen jedes Jahr tausende Niederländer in den Urlaub. Die Airport-Chefs wehren sich daher gegen die Pläne für eine Pkw-Maut. Sie befürchten eine zweite Luftverkehrssteuer.
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BerlinDie Chefs grenznaher Flughäfen fürchten ernsthafte Folgen, sollte die Pkw-Maut für Ausländer wie geplant auf allen Straßen eingeführt werden. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafen Weeze, dass sein Standort mit mehr als 1000 Arbeitsplätze „massiv gefährdet“ sei. Fast 40 Prozent der Fluggäste seien Niederländer.

Vor der Einführung der Luftverkehrssteuer seien es mehr als 50 Prozent gewesen. Die Maut wäre eine weitere „einseitige nationalstaatliche wettbewerbsverzerrende Belastung“, warnt Bebber in dem Brief, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Dobrindt möge auf die Abgabe verzichten oder „Grenzräume mit der notwendigen Befreiung versehen“.

Auch der Chef des Flughafens Köln/Bonn übt scharfe Kritik. „Die Pkw-Maut wirkt wie eine zweite Luftverkehrssteuer“, sagte Michael Garvens dem Handelsblatt. Sie werde „vor allem grenznahe Flughäfen massiv Passagiere kosten“.

Unterdessen verzögern sich die Beratungen innerhalb der Bundesregierung über die geplante Pkw-Maut für Ausländer. Angesichts zahlreicher offener Fragen zum Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sein Haus ein für Dienstag angesetztes Treffen auf Abteilungsleiterebene kurzfristig abgesagt. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.

An dem Treffen sollten Vertreter des Kanzleramtes, des Auswärtigen Amtes sowie von acht Ministerien teilnehmen. „Zur Umsetzung des Konzepts und im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Gesetzentwurfs sind noch verschiedene rechtliche und administrative zu klären“, hieß es in der Einladung. Die verschobene Beratung soll dann Anfang August stattfinden, bestätigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Den vollständigen Bericht lesen Sie ab 20 Uhr im E-Paper des Handelsblatts.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Airports fürchten Wettbewerbsverzerrung: Flughafenchefs warnen vor Pkw-Maut"

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  • Als Lokalpatriot finde ich es schade, dass Sie den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) vergessen haben. Da stehen im Parkhaus auch häufig Autos mit NL-Nummernschild.
    Vielleicht sollten die Flughäfen an ausländische Gäste dann einfach Voucher in Höhe der Maut ausgeben, für die man dann am Flughafen shoppen kann. Die Tourismus-Industrie im Sauerland denkt schon darüber nach. Im Endeffekt zahlen dann doch Deutsche die Ausländermaut.
    Schon interessant, dass man so langsam entdeckt, wo man in einem vereinten Europa überall mit ausländischen Gästen Geld verdient. Ich warte noch auf eine Meldung aus dem hohen Norden, wo z. b. in Flensburg viele Dänen einkaufen. Für die Bayern, welche einfach sauer über die Abzocke in Österreich sind, hört Deutschland halt am Main auf.

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