Aktie auf Dreijahrestief
Amazon verschenkt viel Geld

Der Gewinn des weltgrößten Online-Einzelhändlers Amazon ist im zweiten Quartal um fast 60 Prozent eingebrochen. Grund waren nicht zuletzt Werbeaktionen mit günstigen Versandkosten sowie Preissenkungen. Die Anleger reagierten geschockt, gleichwohl die Kunden viel Geld bei Amazon gelassen haben.

HB LOS ANGELES. Als Grund für den geringeren Gewinn nannte die Nummer zwei der Internet-Einzelhändler nach Ebay Kosten für die Auflösung eines Vertrages mit dem Spielwarenanbieter Toys'R'us. Zudem gebe es höhere Investitionsausgaben sowie geringere Preise für viele Produkte aus der Angebotspalette. Amazon-Papiere fielen daraufhin auf ihren niedrigsten Stand seit über drei Jahren. Zu den Kursverlusten führten Analysten zufolge neben der geänderten Prognose auch die generell negative Stimmung in der Internetbranche. Auch die Aktien von Google und Yahoo waren diesen Monat deutlich eingebrochen.

Den Angaben vom Dienstag zufolge lag der Nettogewinn im zweiten Quartal bei 22 Mill. Dollar oder fünf Cent je Aktie. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 2,14 Mrd. Dollar und lag damit im Rahmen von Amazons eigenen Erwartungen. Der operative Gewinn sank um 55 Prozent auf 47 Mill. Dollar. Die Beendigung eines Vertriebsvertrags mit Toys'R'us sowie ein damit verbundener Rechtsstreit schlug demnach mit 20 Mill. Dollar zu Buche. Vor dieser Belastung ergab sich nach Reuters-Berechnungen ein Gewinn je Aktie von sieben Cent, was im Rahmen der Markterwartungen lag.

Der Geschäftsführer von Amazon Deutschland, Ralf Kleber, sagte der dpa am Mittwoch, man sei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. „Wir sind ein junges Unternehmen und investieren in existierende und neue Geschäftsbereiche.“ Die deutsche Seite trage mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns bei. Zum Ende des dritte Quartals eröffnet Amazon in Leipzig neben der Zentrale in Bad Hersfeld ein weiteres Logistikzentrum in Deutschland. Amazon will dort in der Anfangsphase 400 neue Arbeitsplätze schaffen.

Amazon begründete den Gewinnrückgang auch mit seinen Werbeaktionen. „Wir haben unseren Kunden in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 500 Mill. Dollar Versandkosten geschenkt“, sagte Kleber. „Das ist für uns eine Form des Marketings und wir glauben, dass das Loyalität beim Kunden erzeugt.“ Das im Februar 2005 in den USA eingeführte Mitgliederprogramm „Prime“ bietet den Nutzern gegen eine Jahresgebühr von 79 Dollar umlimitierte und kostenlose Expresszustellungen. Ein ähnliches Programm sei für Deutschland mit angepassten Konditionen denkbar.

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