Aktie auf Talfahrt
Haniel verkündet Verkauf von Takkt-Anteilen

Der Mischkonzern Haniel verkauft Teile seiner Beteiligung an dem Versandhändler Takkt. Haniel möchte damit seine Schulden weiter drücken. Die Takkt-Aktie reagierte prompt.
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DüsseldorfDer Duisburger Mischkonzern Haniel will seine Milliarden-Schulden weiter reduzieren und trennt sich dazu von Anteilen an seiner Beteiligung Takkt. Die Aktien des Versandhändlers schickte der Duisburger Konzern mit seiner Ankündigung in den Keller. Die Anteilsscheine verloren am Dienstag über zehn Prozent und notierten am Morgen bei 11,43 Euro. Bei der Vorlage seines Programms zum Schuldenabbau im vergangenen November hatte Haniel mögliche Verkäufe von Takkt-Aktien nicht angesprochen. Die hohe Schuldenlast zwinge Haniel zu Veränderungen, betonte Konzernchef Stephan Gemkow nun. Die Haniel-Familie hatte im vergangenen Jahr erstmals seit über 60 Jahren auf eine Dividende verzichten müssen.

Gemkow hatte im vergangenen August das Ruder bei Haniel übernommen und einen Konzern vorgefunden, der unter hohen Schulden ächzte und deshalb nicht mehr in neue Geschäftsfelder investieren konnte. Der ehemalige Lufthansa-Finanzvorstand hat deshalb ein Paket zum Schuldenabbau vorgelegt - unter anderem reduzierte Haniel seine Beteiligungen an dem Pharmahändler Celesio von 54,64 Prozent auf 50,01 und am Handelsriesen Metro von 34,24 Prozent auf 30,01 Prozent.

Die größten Versandhändler in Deutschland

E-Commerce Umsatz 2010,

in Mio. Euro


Bei beiden Konzernen hat Haniel aber weiter eine strategische Machtposition. „Die übrigen Haniel-Geschäftsbereiche CWS-boco, ELG und TAKKT sind nicht Gegenstand des verabschiedeten Maßnahmenpakets“, hatte Gemkow noch im November betont - nun hat es sich Haniel aber angesichts der gelungenen Verkäufe aber anders überlegt. Zudem hatten auch Rating-Agenturen positiv auf den Schuldenabbau reagiert: Standard & Poors hatte im April den Ausblick für die Haniel-Bonität von „stabil“ auf „positiv“ angehoben. Gemkow hatte die Nettofinanzschulden bereits auf unter zwei Milliarden Euro gedrückt - und nun könnten sie mit dem Takkt-Verkauf auf rund 1,75 Milliarden Euro sinken.

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„Dazu zwingt uns nicht zuletzt die Schuldenlast“

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