Aktie bricht ein
Celesio: Wachstumspläne durchkreuzt

Die drastischen Kürzungen im britischen Gesundheitswesen durchkreuzen die Wachstumspläne des größten europäischen Pharmahändlers Celesio. Das Stuttgarter Unternehmen räumte am Freitag ein, der angepeilte prozentual zweistellige Zuwachs des Vorsteuergewinns im Zeitraum 2006 bis 2010 sei nicht mehr machbar.

HB STUTTGART. Schon im vergangenen Jahr war die Kennzahl nur um 6,3 Prozent gestiegen, 2007 werde das Wachstum wohl noch darunter liegen, erklärte ein Sprecher. Die Maßnahmen in Großbritannien – wichtigster Apothekenmarkt für Celesio und einer der drei größten Märkte im Großhandel – belasteten das Ergebnis vor Steuern allein im vierten Quartal um mehr als 30 Mill. Euro.

Die Celesio-Aktie brach zeitweise um mehr als zehn Prozent ein und schloss mit 44,26 Euro um 8,3 Prozent tiefer.

Das britische Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag die Preise für Arzneimittel, die der staatliche National Health Service (NHS) erstattet, und die Vergütungen für die Apotheken zum 1. Oktober drastisch gekürzt. Darunter litten auch die Margen im Großhandel. „Wir haben mit Kürzungen gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß“, sagte der Sprecher. Schätzungen gingen für den gesamten britischen Pharmamarkt von Einbußen von 500 bis 600 Mill. Pfund (715 bis 860 Mill. Euro) aus. Celesio zitierte Vorstandschef Fritz Oesterle, angesichts der Kürzungen bedürfe es „höchster Anstrengung, auf dem bisherigen Erfolgskurs zu bleiben“.

Auch in Frankreich und den Niederlanden stünden staatliche Entscheidungen für die Gesundheitsmärkte in Kürze an, sagte der Sprecher. Celesio ist massive externe Eingriffe seit Jahren gewohnt und hatte sie stets mit Sparmaßnahmen und mit einer Expansion in neue Märkte wettgemacht.

Von einem Ergebnisrückgang geht Celesio aber nicht aus. Der Vorsteuergewinn werde 2007 zum 21. Mal in Folge steigen. Die gewohnt vorsichtige Prognose habe einen „Puffer“ enthalten, räumte der Sprecher ein. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll wie geplant schneller zulegen als der Umsatz, der wiederum etwas stärker wachsen soll als der vergleichbare Pharmamarkt. 2006 lag das Vorsteuerergebnis bei 590,1 Mill. Euro, der Umsatz bei 21,6 Mrd. Euro.

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