Aktie bricht ein
Steilmann kauft sich Adler Modemärkte

Die Adler Modemärkte sind seit 2011 an der Börse. Der Textilkonzern Steilmann hat nun knapp die Hälfte aller Aktien gekauft. Wegen des niedrigen Kaufpreises bricht die Aktie ein.
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MünchenDas Textilunternehmen Steilmann will sich den Börsenneuling Adler Modemärkte schnappen. Die Steilmann Holding und der Finanzinvestor Equinox als ihren Partner hätten bereits mit der Beteiligungsgesellschaft BLuO verbindlich vereinbart, deren 49,96 Prozent an Adler zu übernehmen, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. BluO ist das Investmentvehikel der umstrittenen Unternehmer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, in deren Besitz jüngst die Nachrichtenagentur dapd Pleite ging.

Steilmann will sich knapp die Hälfte an Adler gut 53 Millionen Euro kosten lassen. Je Aktie betrage der Kaufpreis 5,75 Euro. An der Börse war die Modehandelskette zuletzt deutlich höher bewertet. Die Papiere gingen am Mittwoch mit knapp sieben Euro aus dem Handel. Zu Handelsbeginn am Donnerstag brachen die Titel daher um mehr als acht Prozent auf 6,40 Euro ein. Steilmann kündigte an, den restlichen Adler-Aktionären ein Pflichtangebot mit dem gesetzlichen Mindestpreis unterbreiten zu wollen. Nach den Vorstellungen von Steilmann soll Adler an der Börse bleiben und als eigenständige Marke weitergeführt werden. Es werde weiter wert auf einen breiten Streubesitz gelegt.

„Durch die Übernahme ergeben sich sowohl für Steilmann als auch für Adler erhebliche Chancen für eine erfolgreiche Zukunft“, frohlockte Steilmann. Mit der Übernahme festige das Unternehmen seine Marktposition in Europa. „Andererseits eröffnen sich für Adler neue strategische Optionen, beispielsweise über die mögliche Nutzung der Einkaufs- und Produktionskapazitäten von Steilmann in Fernost.“ Die Adler-Führung erklärte, sie werde die Offerte prüfen und dann Stellung dazu nehmen.

Die Aschaffenburger Adler Modemärkte war 2011 an die Börse gegangen und setzte in dem Jahr mit 4400 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und Luxemburg knapp eine halbe Milliarde Euro um. Seine für Donnerstag angesetzt Bilanzpressekonferenz hatte Adler kurzfristig abgesagt.

2006 war das Traditionsunternehmen Klaus Steilmann nur durch seinen Verkauf an die italienische Miro-Radici-Gruppe knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. Die neu formierte Steilmann Holding beschäftigt 7000 Mitarbeiter, davon 1900 in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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