Aktie für private Investoren unsexy
Techem steigert Umsatz und Gewinn

Für 2003/2004 soll der Gewinn des Energiedienstleisters Techem der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Ebit) auf 67 bis 70 Mill. € wachsen, teilte die auf Ablesung und Abrechnung von Heizungsständen und Wasserzählern spezialisierte Firma am Donnerstag mit.

HB FRANKFURT. „Knapp die Hälfte der angekündigten Einsparungen von zwölf Mill. € im laufenden Jahr kommen aus dem Bereich Personalkosten“, sagte Anton Steiner-Zimmermann, Leiter Investor Relations bei Techem. Mit eingerechnet ist dabei der laufende Abbau von 150 Stellen bei den rund 2 900 Beschäftigten sowie eine verringerte Zahl der Regionalleitungen auf fünf von sieben Standorten. Techem hatte in der Vergangenheit unter anderem mit Firmenwertabschreibungen zu kämpfen und im Mai Restrukturierungen angekündigt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wird Techem das Ebit auf voraussichtlich 41 bis 43 (Vorjahr: 38,9) Mill. € gesteigert haben, der Umsatz wuchs plangemäß auf 407 (379,3) Mill. €. Wegen des Restrukturierungsprogrammes „Fokus“ hatte das in Eschborn ansässige Unternehmen im Mai sein ursprüngliches Gewinn-Ziel von 52 Mill. € zurückgezogen. Seit November 2002 sitzt Horst Enzelmüller dem Vorstand vor, nachdem sein Vorgänger nach einer Prognosekorrektur ausgeschieden war. „Das Sparprogramm hat sich ausgezahlt und war der richtige Schritt. Die Kosten im Kerngeschäft waren aus dem Ruder gelaufen und mussten unter Kontrolle gebracht werden“, sagte Analyst Gunnar Cohrs von der Berenberg Bank.

Jährlich sollen dank der Umstrukturierung, die in der ersten Jahreshälfte 2004 abgeschlossen sein soll, nun zwölf Mill. € eingespart werden. Die Verschuldung soll 2003/2004 im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 30 Mill. € sinken.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen ist für Techem die Konjunkturentwicklung kein wichtiges Thema. „Wir sind nicht so abhängig von der Konjunkturentwicklung, weil wir langfristige Verträge mit unseren Kunden haben“, sagte Steiner-Holzmann. Im Kerngeschäft Energy Services, das 85 % des Umsatzes ausmacht, betreibt Techem das Ablesen und den Verkauf von Heizungsgeräten sowie das Erstellen von Rechnungen. „Was wir anbieten ist außerdem größtenteils rechtlich vorgeschrieben, dass heisst, bei Kündigung muss der Kunde sich verpflichtend einen anderen Anbieter suchen.“ Die sind aber im Fall Techem rar gesät. „Unser größter Wettbewerber ist die ehemalige Eon-Tochter Viterra, die jetzt an einen Finanzinvestor verkaufte wurde, was vielleicht auf einen künftigen Börsengang schliessen lässt.“ Über einen börsennotierten Mitbewerber werde sich Techem dann durchaus freuen. „Ein Grund warum unser Wert bei privaten Anlegern eher unsexy ist, ist sicher auch, dass es keinen Vergleichswert gibt.“

Eine Dividende für das abgelaufene Jahr wird Techem aller Voraussicht nach nicht zahlen. „Wir haben kaum Retail-Investoren und unsere institutionellen Anleger legen in der Regel keinen Wert auf eine Dividende“, erläutert Steiner-Holzmann.

Für Analyst Cohrs auch ein Grund, warum Privatanleger wenig Interesse an den Papieren zeigen. „Sicher ist das kein hippes Geschäftsfeld und auch das Geschäftsmodell ist schwer zu erklären.“ Die Aktie gab bis Mittag um drei Prozent auf 15,30 € nach. „Manche hätten sich vielleicht doch ein aggressiveres Gewinnziel für 2003/2004 gewünscht“.

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