Aktie legt zu
Air Berlin erfüllt niedrige Markterwartungen

Trotz hoher Kerosinpreise und Kürzungen im Flugplan peilt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin für das Gesamtjahr nach wie vor einen Überschuss an.

HB BERLIN. Dies bekräftigte Vorstandschef Joachim Hunold am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz 2008. Nach seinen Worten wird das im Juni gestartete Effizienzprogramm von insgesamt 150 Millionen Euro bis zum Jahresende 35 Millionen Euro einsparen.

Im ersten Halbjahr stiegen Umsatz und die Zahl der beförderten Passagiere. Die Passagierzahl kletterte auf 13,5 Millionen, das sind 800 000 oder 6,54 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Konzernumsatz stieg von 1,45 auf 1,53 Milliarden Euro. Der laut Air Berlin saisonal übliche Verlust verringerte sich im Halbjahresvergleich von 60,4 auf ein Minus von 50,8 Millionen Euro, obwohl die Kosten für Kerosin im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 um 32 Millionen Euro gestiegen sind.

Die Markterwartungen seien insgesamt erfüllt und die Prognose bestätigt worden, hoben Analysten hervor. "Schwache Zahlen, aber kein Desaster", zogen die Analysten von Cheuvreux Fazit.

Nach dem Fall des Ölpreises in den vergangenen Wochen habe sich zwar die kritische Lage vorerst etwas entspannt, "für 2009 erwarten wir jedoch ein verlustbringendes Geschäft", schrieb Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg, der seine "Verkaufen"-Empfehlung bekräftigte. Die Air-Berlin-Aktie ist mit einem Verlust von knapp 70 Prozent seit Jahresbeginn größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax.

Vorstandschef Hunold erklärte: "Angesichts der Herausforderung, der unsere Branche wegen der extrem gestiegenen Treibstoffkosten gegenübersteht, sind wir mit dem Ergebnis des ersten Halbjahrs zufrieden." Trotz der schwächelnden Weltkonjunktur und der Explosion der Kerosinpreise zeigte er sich zuversichtlich, im laufenden Jahr ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.

Den Angaben zufolge stieg die Auslastung der Flugzeuge und der Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer. Die Zahl der verkauften Sitzplatzkilometer erhöhte sich von 20,4 auf 20,8 Milliarden, die Auslastung der 128 eingesetzten Flugzeuge um 3,18 Prozentpunkte von 73,9 auf 77,1 Prozent. Air Berlin fliegt in Deutschland, Europa und weltweit mehr als 140 Ziele an.

Keine Gefahr durch neue Billig-Allianz

Zu der laut Medienberichten geplanten Allianz der Low-Cost- und Ferienfluggesellschaften Germanwings, Eurowings, TUIfly und Condor sagte Hunold, er habe "erhebliche kartellrechtliche Zweifel", dass dieser Zusammenschluss tatsächlich zustandekomme. Im übrigen erwachse für Air Berlin daraus keine Gefahr, weil es sich bei den beteiligten Unternehmen sämtlich um bekannte Wettbewerber handelt. Air Berlin war selbst mit einer Übernahme des Thomas-Cook-Ferienfliegers Condor gescheitert.

Über das Effizienzprogramm berichtete Hunold, es sei erfolgreich gelungen, einen höheren Kerosinzuschlag und damit höhere Endpreise durchzusetzen. Zudem habe er einen Einstellungsstopp verfügt. Es habe sich zudem ausgezahlt, defizitäre Langstreckenflüge zu reduzieren und einzelne Verbindungen wie etwa nach New York oder China ganz zu streichen.

Hunold berichtete, dass in den nächsten Monaten 18 neue Flugzeuge in Dienst gestellt werden, die "voll durchfinanziert seien". Dafür will die Airline 14 alte Flieger verkaufen. Positiv entwickelten sich die Buchungen über das Internet, zudem sei die Zahl der Firmenverträge deutlich um 182 auf nun 675 gestiegen.

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