Aktie rutscht weiter ab
Post erhält kaum Lob für Exel-Kauf

Aktionäre der Deutschen Post und Analysten haben erhebliche Bedenken gegen die geplante Übernahme des britischen Logistikers Exel für mehr als fünf Mrd. Euro.

DÜSSELDORF. Zwar wird der Zukauf als Stärkung des Logistikgeschäfts begrüßt, doch bereiten mögliche Integrationsprobleme und der hohe Preis Kopfzerbrechen. An der Börse rutschte die Aktie der Post weiter ab. Die Rating-Agenturen Standard & Poor’s und Fitch kündigten eine Bonitätsprüfung an. Analysten korrigierten das Kursziel nach unten.

Die Sorge scheint groß, dass sich Post-Chef Klaus Zumwinkel an Exel überhebt. Zumal er bei der Übernahme auf die Tube drückt. Bereits an diesem Wochenende hat es erste Gespräche mit Exel gegeben. Mit einem Angebot wird innerhalb der nächsten zwei Wochen gerechnet, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen, möglicherweise liegt es bereits in einigen Tagen vor.

Eine Kapitalerhöhung sei angesichts des hohen Kaufpreises wohl nicht zu vermeiden, befürchten Analysten. Dies dürfte den Kurs der Aktie drücken. Außerdem sei die Integration frühere Zukäufe wie Danzas, DHL und Airborne noch nicht abgeschlossen. Mit Exel würde Zumwinkel eine neue Baustelle aufmachen. Unklar ist auch, ob einer der großen Konkurrenten in ein Bieterrennen einsteigt und damit einen Preiskampf auslöst. Der US-Paketriese UPS soll bereits Goldman Sachs als Berater engagiert haben, berichten britische Medien. UPS lehnte einen Kommentar ab.

Ein Zukauf von Exel wäre vom Timing schlecht gewählt, meint Holger Bosse, Analyst von Helaba Trust. Exel sei hoch bewertet und zu Jahresbeginn noch viel günstiger zu haben gewesen. Der Unternehmenswert betrage 5,5 bis 6,5 Mrd. Euro. Gleichwohl hält er die Finanzierung wegen der hohen Reserven der Post für unproblematisch.

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