Aktie unter Druck
Adecco spart - und steigert Gewinn

Der Personaldienstleister Adecco hat dank Kosteneinsparungen mit einem auf 104 (Vorjahresperiode 80) Mill. € erhöhten Gewinn die Analystenschätzungen im dritten Quartal übertroffen. Für die weitere Entwicklung zeigte sich das Unternehmen indes vorsichtig. Die Aktie geriet unter Druck.

HB ZÜRICH. Der Adecco-Umsatz gab im dritten Vierteljahr um drei Prozent nach auf 4,25 (4,39) Mrd. €, wie der Konzern am Mittwoch bekannt gab. Bei konstanten Wechselkursen resultierte ein Umsatzwachstum von zwei Prozent.

Adecco bleibe kurzfristig vorsichtig, da die Märkte sehr schwierig seien, erklärte Adecco-Chef Jerome Caille gegenüber Reuters. „Es ist zu früh zu sagen, die Konjunkturerholung habe auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen“, so Caille. Es vergingen typischerweise drei bis sechs Monate zwischen einer wirtschaftlichen Erholung und einem Arbeitsmarktaufschwung.

Der Fokus liege darauf, die starke Marktpräsenz und tiefen Infrastrukturkosten zu nutzen, um Marktanteile zu gewinnen und den Umsatz zu steigern, hiess es bei Adecco weiter. Der Konzern werde die Kostenstruktur weiter auf die Gegebenheiten und Marktentwicklungen abstimmen, ohne das Filialnetz zu schwächen oder die Marktposition zu gefährden. Mit diesen Aussagen zeigte sich Adecco etwas pessimistischer als zuletzt Konkurrent Manpower, der die Markterwartungen im Quartal ebenfalls übertroffen und auch von vermehrten Anzeichen einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt gesprochen hatte.

Die Adecco-Aktien verloren in einem knapp gehaltenen Gesamtmarkt drei Prozent auf 76,75 sfr. Neben den Aussagen zum Ausblick bemängelten Analysten auch die im Quartal gesunkene Bruttomarge. „Die Resultate sind besser als erwartet“, sagte etwa Analystin Nicole Burth Tschudi von Lombard Odier Darier Hentsch. „Aber ich bin nicht zufrieden mit der Margenentwicklung“. Und bei der Zürcher Kantonalbank hiess es: „Etwas enttäuschend ist die weitere Abschwächung der Bruttomarge sowie der anhaltende Margenzerfall in den USA“.

Adecco steigerte den Betriebsgewinn vor Amortisation (EBITA) im dritten Quartal auf 163 (137) Mill. €. Die Ergebnissteigerung kam insbesondere durch eine Reduktion der Kostenbasis zustande. Adecco habe im Vergleich zum Vorjahr 2500 oder acht Prozent weniger Vollzeit-Angestellte; das Filialnetz sei dabei bei gleichbleibendem Geschäftsvolumen um drei Prozent reduziert worden. Caille erklärte, in den ersten neun Monaten 2003 seien 115 Mill. € eingespart worden. Im laufenden Gesamtjahr dürften Kosteneinsparungen von 130 bis 150 Mill. € realisiert werden. Die Bruttomarge nahm dagegen wegen Veränderungen in der Zusammensetzung des Geschäftsportfolios sowie tiefen Margen in den USA auf 16,7 (17,8) Prozent ab.

Im Bereich Zeitarbeitsvermittlung, in welchem Adecco weltweit die Nummer eins ist und der rund 90 % des Gesamtumsatzes ausmacht, stiegen die Einnahmen in Lokalwährungen um drei Prozent. Dabei betrug das Wachstum in Europa ein Prozent, während in den USA ein Plus von vier Prozent resultierte. Caille betonte indes, das Wachstum in den USA sei auf den Gewinn von Marktanteilen zurückzuführen und weniger auf Marktwachstum. Im asiatischen und pazifischen Raum lag das Wachstum bei elf Prozent, in Japan alleine bei zwölf Prozent.

Im Bereich der Spezialistenvermittlung Ajilon Professional, der rund neun Prozent zum gruppenweiten Umsatz beiträgt, ging der Umsatz in Lokalwährungen um vier Prozent zurück. Vor allem in diesem Bereich, der höhere Margen als das Temporärgeschäft ausweist, halte Adecco weiter nach Akquisitionsmöglichkeiten Ausschau, wie Caille erklärte.

Adecco hatte im Juli dieses Jahres eine zehnjährige Wandelanleihe über 900 Mill. sfr aufgenommen.

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