Aktienkurs bricht ein
WCM kämpft ums Überleben

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, einst ein milliardenschweres Geflecht aus Immobilienfirmen und Finanzbeteiligungen, kämpft um die Existenz.

HAMBURG. Die Gesellschaft hat mehr als die Hälfte ihres Grundkapitals aufgezehrt, weil sie wegen eines schwelenden Streits um Steuernachzahlungen millionenschwere Rückstellungen bilden muss. Vom Kapital von 288,8 Mill. Euro seien auf Grund der Rückstellungen nur noch 110 Mill. Euro vorhanden, teilte WCM gestern adhoc mit. Der Aktienhandel wurde daraufhin gestern zeitweise ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme brach der Kurs um mehr als zehn Prozent auf unter 30 Cent ein. Damit sank die Börsenkapitalisierung von WCM auf 86 Mill. Euro.

WCM-Chef Roland Flach betonte aber, dass die Liquidität des Konzerns weiter gesichert sei. „Wir arbeiten daran, die existenzbedrohenden Steuerforderungen abzuwehren. Ich schließe eine Insolvenz aus“, sagte Flach. Nähere Einzelheiten wollte er hierzu aber nicht nennen. Ein Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Duisburger Klöckner-Werke AG komme allerdings nicht in Frage, ergänzte Flach. Die WCM-Gruppe ist mit 78 Prozent an den Klöckner-Werken beteiligt.

Noch Anfang 2000 gehörte die WCM-Gruppe mit einem Börsenwert von mehr als sechs Mrd. Euro zu einer der größten Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften in Deutschland. Doch mit der Übernahme eines Aktienpakets an der Frankfurter Commerzbank Anfang 2002 und dem anschließenden Verfall des Börsenkurses geriet die Frankfurter Gesellschaft finanziell schwer in Bedrängnis.

Um den Konzern vor dem endgültigen Untergang zu retten, übernahm der ehemalige Thyssen-Chef Dieter Vogel den Aufsichtsrat. Der frühere Stahlmanager verkaufte bis auf die Klöckner-Werke in Duisburg große Teile des WCM–Firmengeflechts, um die Gesellschaft zu entschulden. So trennte er sich unter anderem von der knapp fünfprozentigen Beteiligung an der Commerzbank sowie dem gesamten Bestand an 31 000 Wohnungen. Zudem hat Vogel die Beteiligung an dem Bonner Immobilienkonzern IVG verwertet. Nach seinen Sanierungsbemühungen verlässt Vogel jetzt überraschend das Kontrollgremium.

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