Aktienkurs dennoch runter
Metro ist gut im Geschäft

Vor allem das boomende Auslandsgeschäft hat Deutschlands größten Handelskonzern Metro im abgelaufenen zweiten Quartal ein merkliches Gewinn- und Umsatzplus beschert. Und auch in Deutschland lief es besser – inklusive des Sorgenkinds Real. Dennoch sank die Aktie, was aber einen anderen Grund hatte.

HB DÜSSELDORF. Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent auf 14 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Das Auslandsgeschäft verzeichnete sogar eine Umsatzsteigerung von 13,1 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 23,8 Prozent auf 322 Mill. Euro. Der Vorsteuergewinn kletterte um 16,6 Prozent auf 201 Mill. Euro. Den Gewinn je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten steigerte Metro von 27 auf 36 Cent. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen der Analysten.

Ein Grund für das gute Abschneiden im Inland war die Fußball-Weltmeisterschaft. Außerdem fiel das umsatzstarke Ostergeschäft in das zweite Quartal. Vor allem aber war es das Auslandsgeschäft, das gut lief. Der drittgrößte Handelskonzern der Welt steigerte im zweiten Quartal seinen Auslandsanteil am Gesamtumsatz von 53,7 auf 56,2 Prozent.

Spekulationen über den Ausstieg von Metro-Großaktionär Haniel haben trotz der ordentlichen Zahlen den Kurs des Handelsriesen am frühen Morgen um 2,1 Prozent ins Minus gedrückt. Diese Spekulationen seien in den vergangenen Tagen immer wieder aufgekommen, sagte ein Händler. Haniel dementierte jedoch: „Wir haben keine Absicht, unseren Anteil von rund 18,5 Prozent zu verkaufen“, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Für den Kursverlust machten Börsianer aber auch den zurückhaltenden Ausblick verantwortlich. Der Konzern bekräftigte seine Prognose, wonach er den Umsatz in 2006 um 4 bis 6 Prozent und das Ergebnis je Aktie um 5 bis 8 Prozent steigern will.

Besserung bei Real

Bei der im vergangenen Jahr wegen eines Skandals um abgelaufenes Fleisch in die Krise geratenen Supermarkttochter Real zeichnete sich nach Aussage des Konzerns eine Stabilisierung ab. „Real wird in diesem Jahr in Deutschland wieder schwarze Zahlen schreiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber. Das Betriebsergebnis stieg im zweiten Quartal von 1 auf 5 Mill. Euro. Auf dem deutschen Markt legte Real beim Umsatz flächenbereinigt um 0,3 Prozent zu. Insgesamt sei der Umsatz der Vertriebslinie um 2 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro gewachsen. Besonders stark legte Real in Osteuropa zu. In der Zukunft dürfte der Umsatz deutlich ansteigen, da Metro gerade erst die 85 deutschen Läden des US-Wettbewerbers Wal-Mart übernommen hat und sie zu Real-Märkten umfirmiert.

Die Großmarkttochter Cash & Carry steigerte den Umsatz laut Metro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. Der Anteil des internationalen Geschäfts am Umsatz habe sich hier auf 80,5 Prozent erhöht. Das Betriebsergebnis legte um 8,2 Prozent auf 250 Mill. Euro zu.

Die Elektronikmarkt-Ketten Media Markt und Saturn erhöhten den Umsatz um 16 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. In Deutschland erzielten die Märkte ein Plus von 7,6 Prozent. Angesichts der Fußball-WM habe besonders die Nachfrage nach Fernsehgeräten eine deutliche Belebung erfahren, sagte Körber. Die Elektronikhäuser legten beim operativen Gewinn um 23,7 Prozent auf 51 Mill. Euro zu.

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