Aktienkurs des Mobilfunkdienstleisters bricht ein
France Télécom geht Mobilcom-Ausstieg an

France Télécom bereitet sich darauf vor, die Beteiligung an dem Mobilfunkwiederverkäufer Mobilcom zu verkaufen. In den kommenden Wochen sollen die 18,6 Millionen Aktien, die der französische Telekomkonzern im Jahr 2000 erworben hatte, zum Börsenhandel zugelassen werden.

HB DÜSSELDORF. Mobilcom werde einen entsprechenden Antrag stellen, teilte das Unternehmen Ende vergangener Woche mit. Mit der Zulassung der bisher nicht an den deutschen Börsen handelbaren Aktien werde einen Monat nach Anmeldung gerechnet. France Télécom werde die Kosten übernehmen und habe sich verpflichtet, die Aktien nach der Zulassung noch mindestens sechs Monate zu halten.

Mit dieser Nachricht schickte Mobilcom seinen Aktienkurs auf Talfahrt. Er rutschte am Freitag zwischenzeitlich um rund zehn Prozent auf 10,98 ab, da der Kapitalmarkt mit einer Platzierung des Aktienpakets nach Ablauf der Haltefrist rechnet. Ein Sprecher von France Télécom wollte sich zum Vorgehen des Konzerns nicht äußern.

Die Franzosen besitzen 28,3 Prozent an Mobilcom – gekauft für umgerechnet 3,7 Mrd. Euro. Auf der Basis der Schlussnotiz von Donnerstag ist das Aktienpaket jetzt rund 220 Millionen Euro wert.

France Télécom hatte sich an Mobilcom beteiligt, um auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt Fuß zu fassen. Gemeinsam ersteigerten die Unternehmen vor vier Jahren eine UMTS-Mobilfunklizenz für mehr als acht Mrd. Euro. Später gerieten France Télécom und der Mobilcom-Gründer und Ex-Chef Gerhard Schmidt aneinander, da sie sich nicht über das Tempo des Aufbaus des UMTS-Mobilfunknetzes einigen konnten.

Ende 2002 begrub Mobilcom seine UMTS-Pläne, im Gegenzug übernahm der französische Großaktionär Mobilcom-Schulden in Höhe von sieben Milliarden Euro und rettete das Unternehmen damit vor der drohenden Insolvenz. Seitdem gilt der Mobilcom-Anteil bei France Télécom als Finanzbeteiligung, die zum Verkauf steht.

Mobilcom konzentriert sich wieder auf den reinen Wiederkauf von Mobilfunkdiensten. Das Unternehmen hat 4,2 Millionen Kunden.

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