Aktienkurs stark abgesackt
Lufthansa-Chef Mayrhuber reicht die Rendite nicht

Die Ertragskraft der Deutschen Lufthansa ist nach Einschätzung von Wolfgang Mayrhuber nach wie vor unbefriedigend. Ein kleines Plus nach einem tiefen Minus nütze nichts, wenn gleichzeitig die Billigflieger satte Gewinne einflögen, sagte der Lufthansa-Chef am Donnerstag.

HB FRANKFURT. Der prognostizierte operative Gewinn für 2004 „ist für die Größe der Lufthansa bei weitem noch nicht auskömmlich“, sagte Mayrhuber der Mitarbeiterzeitung „Lufthanseat“ (Freitag).

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte die Lufthansa einen operativen Gewinn von rund 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt, sofern keine neuen Krisen entstehen und der Ölpreis nicht noch weiter steigt. „Von dem Gewinn, den wir jedes Jahr brauchen, sind wir noch weit entfernt“, sagte Mayrhuber. Ein kleines Plus nach einem tiefen Minus nütze nichts, wenn gleichzeitig die Billigflieger satte Gewinne einflögen.

Mayrhuber bekräftigte, dass die Beschäftigten für das gleiche Geld mehr arbeiten sollten. „Diese Forderung erscheint mir der attraktivste Weg aus der Misere.“ Der Lufthansa-Chef schloss auch deutliche Veränderungen bei den Beteiligungen nicht aus. Auf die Probleme bei der 50-prozentigen Tourismus-Tochter Thomas Cook und im Catering-Bereich angesprochen, sagte er, die erlebten Rückschläge würden den Aviation-Konzern nicht grundsätzlich in Frage stellen. Der Konzern werde aber nie eine statische Größe sein. „Das schließt langfristig zum Beispiel auch den Börsengang einzelner Geschäftsfelder oder Beteiligungen nicht aus, so wie das vor dem 11. September schon einmal überlegt wurde.“

Im ersten Halbjahr hatte Lufthansa unter dem Strich ein Ergebnis von 39 Millionen Euro erzielt, nachdem im Vorjahr vor allem auf Grund von Sonderabschreibungen ein Netto-Verlust von rund 1 Milliarde Euro aufgelaufen war. Der Umsatz des Konzerns mit seinen rund 93 000 Beschäftigten stieg im ersten Halbjahr um 9,0 Prozent auf rund 8,3 Milliarden Euro.

Die Lufthansa-Aktie ist seit Januar von zeitweise mehr als 15 Euro auf aktuell 9,22 Euro abgesackt. „Mir gefällt der Kurs auch nicht, aber lamentieren bringt uns nicht weiter“, sagte Mayrhuber. „Unser Unternehmen hat enormes Potenzial, wurde aber im Verein mit der gesamten Branche von der Börse abgestraft.“

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