Aktienkurs stürzt ab: Amazon verfehlt Erwartungen

Aktienkurs stürzt ab
Amazon verfehlt Erwartungen

Der weltgrößte Internet-Einzelhändler Amazon.com hat mit einem Gewinneinbruch im wichtigen Weihnachtsquartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Die Aktien des Unternehmens stürzten im nachbörslichen Handel um mehr als acht Prozent ab.

HB LOS ANGELES. Amazon machte am Donnerstag nach US-Börsenschluss höhere Aufwendungen für Auslieferungen und Technologie für den Rückgang verantwortlich. Der Konzern reihte sich damit in eine Reihe von Internet-Firmen - darunter Google, Yahoo und eBay - ein, die die Experten mit ihren Quartalszahlen oder ihren Ausblicken auf das weitere Geschäft enttäuscht haben.

Seinen Netto-Gewinn im vierten Quartal bezifferte Amazon auf 199 Millionen Dollar oder 47 Cent pro Aktie. Ein Jahr zuvor waren es noch 346,7 Millionen Dollar gewesen. Unter Herausrechnung bestimmter Posten betrug der Gewinn 27 Cent je Aktie, was den Erwartungen der Analysten entsprach. Der Umsatz stieg zum Vorjahr um 17 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar. Hier hatten von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit einem Anstieg auf 3,08 Milliarden Dollar gerechnet.

Für das erste Quartal rechnet der Amazon nun mit einem Umsatz von zwischen 2,14 und 2,29 Milliarden Dollar. Analysten waren bislang von 2,28 Milliarden Dollar ausgegangen und zeigten sich von der Prognose enttäuscht.

Amazon-Finanzchef Tom Szkutak sagte, es sei noch nicht absehbar, wann sich die angebotenen Liefer-Rabatte, mit denen langfristige Kunden gewonnen werden sollen, für die Anleger auszahlten. Die Kosten für diese Preisnachlässe gehören zu den Punkten, die den Analysten die meisten Sorgen bereite. Aber Szkutak bezeichnete dieses Programm mit dem Namen Prime als langfristige und positive Investition für Amazon. Das Unternehmen bietet mit Prime für 79 Dollar pro Jahr unbegrenzte Warenlieferungen innerhalb von zwei Tagen an.

Analyst Todd Chanko von Jupiter Research sagte zu den Zahlen: „Es geht darum, dass Amazon versucht, die Kostenseite in einem immer dichter bevölkerten Markt zu kontrollieren.“ Die Umsatzrendite sank im Quartal auf 5,5 Prozent nach 6,4 Prozent. Die Betriebsaufwendungen legten 31 Prozent zu, die Absatzkosten stiegen um 16 Prozent. Die Aufwendungen für die Warenauslieferung kletterten um 17 Prozent, vor allem wegen der Programms Prime und Angeboten für kostenlose Lieferungen.

Analyst Martin Pyykkonen von Hoefer & Arnett legte seinen Blick auf das Wachstumstempo. Die Prognose für 2006 zeige, dass das Umsatzwachstum sich für Amazon weiter verlangsame. Experten sind auch besorgt, dass dem Unternehmen größere Konkurrenz durch die Internet-Angebote der klassischen Einzelhandelsketten wie Wal-Mart und Target entstehen könnte.

Seine Investitionen in Technologie und Inhalte steigerte Amazon im abgelaufenen Vierteljahr um 57 Prozent auf 132 Millionen Dollar. Finanzchef Szkutak kündigte hier weitere Investitionen für dieses Jahr an, allerdings in einem geringeren Tempo als 2005. In einem Hinweis an Anleger schrieb Analyst Anthony Noto von Goldman Sachs, „die andauernden Investitionen ohne messbare positive Ergebnisse in den vergangenen drei Jahren werfen die Frage auf, ob es eine strukturelle Frage ist oder ob sich die zunehmenden Investitionen auf lange Sicht auszahlen werden.“

Die Amazon-Aktien hatten am Donnerstag an der Nasdaq mit 42,74 Dollar geschlossen. Nachbörslich fielen sie angesichts der Zahlen und des Ausblicks um 8,2 Prozent auf 39,24 Dollar.

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