Aktienrückkauf
Nestle zieht sich bei L'Oreal zurück

Nestle, der Schweizer Nahrungsmittelriese, verringert seine Beteiligung an dem französischen L'Oreal-Konzern. Manager beider Unternehmen sollen bereits mit Banken über eine mögliche Transaktion gesprochen haben.
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Paris/Vevey
Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestle reduziert seine Beteiligung an L'Oreal. Der französische Kosmetikkonzern kauft Nestle zum einem 27,3 Millionen eigene Aktien für 3,4 Milliarden Euro in bar ab, wie beide Konzerne am Dienstag in Paris und Vevey mitteilten. Außerdem übernehmen die Schweizer für 3,1 Milliarden Euro 50 Prozent der Anteile am bislang gemeinsam geführten Pharmaunternehmen Galderma. Mit dem Geld erwirbt L'Oreal weitere 21,2 Millionen eigene Aktien von den Schweizern.

Nestles Anteil an L'Oreal reduziert sich nach dem Deal von 29,4 Prozent auf rund 23 Prozent. Da L'Oreal die zurückgekauften Aktien einzieht, steigt die Beteiligung der Gründerfamilie Bettencourt um knapp drei Prozentpunkte auf 33,3 Prozent. Nestle will mit der Übernahme das Gesundheitsgeschäft ausbauen, während L'Oreal sich zukünftig auf Kosmetik konzentrieren will.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, reagierte die Aktie von L'Oreal mit einem Anstieg von bis zu 5,2 Prozent. Die Aktien von Nestlé kletterten um bis zu 1,9 Prozent. Informellen Kreisen zufolge steht das Thema auf der Tagesordnung ganz oben und beide Unternehmen haben bereits Banken konsultiert.

Die Verringerung des Anteils Nestle-Anteils werde aber vor allem Zeit brauchen, so Bloomberg. Grund dafür seien die Größe der Beteiligung und die komplexen Verbindungen zwischen den Unternehmen und der hinter L'Oréal stehenden Familie Bettencourt. Alle Beteiligten müssten sich auf einen zeitlichen Rahmen einigen. Die Eidgenossen dürften sich aus L'Oréal zurückziehen, da der Anteil an dem Kosmetikkonzern nicht zu der langfristigen Strategie einer Konzentration auf Nahrung und Gesundheit passe, sagte eine der Personen.

Es wird auch spekuliert, dass Nestle mit dem Geld auch den 22,5 Milliarden Franken teuren Süßwarenhersteller Ferrero SpA kaufen könnte. Der Deal würde die Schweizer zur weltgrößten Firma im Süßigkeitenbereich machen, hatte Analysten der UBS AG bereits im November geschrieben.





Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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