Aktionäre der Vierländerbörse äußern Kritik
Euronext bereitet Rückzug im Kampf um LSE vor

Die Vierländerbörse Euronext erwägt, den geplanten Kauf der Londoner Börse LSE wegen der Skepsis ihrer Aktionäre und kartellrechtlicher Probleme abzubrechen. Das erfuhr Reuters aus unternehmensnahen Kreisen.

HB/ali LONDON/PARIS. Die Aktionäre hätten sich gegenüber Euronext-Chef Jean-Francois Theodore kritisch auf den Übernahmeplan geäußert. Für eine derart große Transaktion dürfte er sich mehr Unterstützung wünschen.

Zudem würde die Börse das Vorhaben aufgeben, wenn die Wettbewerbsbehörden größere Beteiligungsverkäufe als erwartet oder in zu kurzer Zeit forderten. Nachdem die Deutsche Börse vorerst aus dem Rennen ausgeschieden ist, ist der Druck auf Euronext den Angaben zufolge gesunken, mit der LSE zu fusionieren. Die Vierländerbörse könnte sich nach anderen Zukäufen umsehen.

Ein Sprecher der Vierländerbörse sagte auf Anfrage, dass sich Euronext erst dann äußern werde, wenn die britische Wettbewerbsbehörde ihre Bewertung abgegeben habe. Die britische Wettbewerbskommission prüft seit März die geplante Übernahme. Sie werde wahrscheinlich noch in dieser Woche ihre abschließende Bewertung abgeben, sagte ein Sprecher der Behörde.

Die LSE steht seit Ende 2004 im Mittelpunkt von Übernahmespekulationen. Im Dezember hatten die Deutsche Börse und Euronext ihre Absicht einer Übernahme der LSE erklärt. Das Angebot der Deutschen Börse wies die LSE als zu niedrig zurück. Euronext legte das Volumen seiner Offerte nicht offen. Die Deutsche Börse hatte ihr Angebot für die LSE im März auf Druck von Großaktionären um den britischen Hedge-Fonds TCI zurückgezogen. Sie ließ damals aber offen, im Falle einer Offerte eines Konkurrenten wieder in den Bieterwettstreit einzusteigen.

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