Aktionäre stimmen nach Bilanzskandal für verschärfte Corporate-Governance-Regeln
Ahold kommt mit dem Verkauf von Tochterfirmen rasch voran

Um das verlorene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, beugt sich der niederländische Handelskonzern Ahold als erstes Unternehmen dem verschärften Corporate-Governance- Kodex des Landes.

cs DÜSSELDORF. Unter anderem soll die Vielfalt unterschiedlicher Vorzugsaktien, eine Besonderheit niederländischer Aktiengesellschaften, bei Ahold nun beseitigt werden. Gestern ließ sich Firmenchef Anders Moberg die neuen Firmenrichtlinien, die jetzt in Einklang mit denen der holländischen Tabaksblat- Kommission stehen, von einer außerordentlichen Hauptversammlung in Den Haag genehmigen.

Der Konzernchef, der vor einem Jahr Cees van der Hoeven nach einem milliardenschweren Bilanzskandal ablöste, warb bei den Aktionären gestern zudem um Unterstützung für die neue Firmenpolitik. Inzwischen habe man 39 Vorstände und Manager entlassen, gegen weitere 60 seien Disziplinarmaßnahmen ergriffen worden. „Wir haben 2003 mehr als 100 Mill. Euro für für Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer ausgegeben“, sagte er. „Wir beabsichtigen nicht, jemals wieder in eine solche Situation zu kommen.“

Eine gute Nachricht gab es für die Aktionäre gestern in Sachen Konzernentschuldung: Mit dem Verkauf der thailändischen Supermarktkette CRC Ahold Co. trennt sich der drittgrößte Handelskonzern der Welt nun von seiner letzten Asien-Tochter. Den Kaufpreis schätzt Lukas Daalder, Analyst bei der Amsterdamer Bank Oyens & van Eeghen, auf 60 bis 80 Mill. Euro. Damit steigen die Gesamteinnahmen durch Unternehmensverkäufe – die jüngsten Verkäufe in Brasilien eingeschlossen – auf rund 770 Mill. Euro.

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