Aktivisten attackieren Tesco
Wenn der Gaza-Konflikt im Supermarkt ankommt

Der Gaza-Konflikt erreicht die britischen Supermärkte. In Birmingham stürmten Aktivisten eine Tesco-Filiale, der Händler Sainsbury's hielt zeitweise Produkte zurück, um die Massen nicht gegen sich aufzubringen.
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LondonEs liegen mehrere tausend Kilometer Entfernung zwischen Großbritannien und dem blutigen Gaza-Konflikt im Nahen Osten. Doch seit dem vergangenen Wochenende hat der Krieg zwischen der radikalen Hamas und Israel auch endgültig die britischen Supermarkt-Ketten erreicht.

Im britischen Birmingham stürmten Aktivisten eine Filiale des Branchenführers Tesco und verwüsteten Teile des Ladens. Die Protestler schmissen Produkte auf den Boden und führten sich aggressiv gegenüber Kunden auf, wie die ansässige Polizei mitteilte. Der Mob griff den Supermarkt an, nachdem zuvor eine Gruppe von Menschen friedlich dagegen protestiert hatte, dass Tesco Waren aus Israel im Sortiment führt.

Im Londoner Stadtteil Holborn nahm eine Filiale des Wettbewerbers Sainsbury's zeitweilig seine Produkte für koscheres Essen aus den Regalen – aus Furcht, ebenfalls Opfer von radikalen Protesten zu werden. Politiker warfen Sainsbury daraufhin Rassismus vor.

Der Gaza-Konflikt hinterlässt damit auch immer deutlicher seine Spuren im Alltag der britischen Insel. In Birmingham nahm die Polizei nach dem Angriff auf die Tesco-Filiale eine Person fest und zwei weitere wurden abgeführt. Die Schäden in der Filiale seien allerdings minimal gewesen, beschwichtigte ein Sprecher von Tesco, dessen Filialen in den vergangenen Wochen auch in Manchester, Rochdale, Luton und Blackburn ähnlichen Attacken ausgesetzt waren.

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„Rassismus durch Entfernen des koscheren Essens“

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