Alain Caparros geht mit Rekordbilanz
Der perfekte Moment für den Rewe-Chef

Rewe-Chef Caparros tritt Mitte des Jahres ab – und geht mit einem Rekordergebnis in die Konzerngeschichte ein. Der Gewinn des Handelsriesen steigt um ein Fünftel. Selbst Branchenprimus Edeka kann da nicht mithalten.
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KölnRewe-Chef Alain Caparros verabschiedet sich mit Höchstmarken bei Umsatz und Gewinn von dem Kölner Einzelhandels- und Touristikriesen. Rewe steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um fünf Prozent auf 45,6 Milliarden Euro, der Konzerngewinn kletterte um über 20 Prozent auf 463 Millionen Euro, wie die Handelskette am Dienstag in Köln mitteilte.

Rechnet man die Erlöse der selbstständigen Rewe-Einzelhändler hinzu, summierte sich der Umsatz sogar auf 54,14 (Vorjahr: 51,59) Milliarden Euro. Stärkster Wachstumstreiber im Handelsgeschäft sei das Supermarktgeschäft in Deutschland gewesen. „Die Rewe Group und ihre Unternehmen stehen heute exzellent da“, erklärte Caparros.

Für Alain Caparros ist es der perfekte Moment für den Abschied. Er will Rewe zum 30. Juni 2017 verlassen, sein Nachfolger heißt Lionel Souque. „Mit aller Bescheidenheit kann ich sagen: Das ist ein Rekordergebnis in der Unternehmensgeschichte“, sagt der Noch-Rewe-Chef bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz nicht ohne Stolz. „Wir wachsen nicht nur dynamisch beim Umsatz, wir sind auch hoch profitabel.“

Große Freude machte Caparros dabei im abgelaufenen Jahr das gute Konsumklima. Und er formulierte es auf seine Weise: „Wenn die Verbraucher keine Zinsen für ihr Geld bei der Bank bekommen, dann leisten sie sich vielleicht eher eine gute Flasche Wein und ein größeres Steak.“

Caparros führt den Handelsriesen seit Dezember 2006. Geprägt war das abgelaufene Geschäftsjahr vom Kampf zwischen Edeka und Rewe um die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann. Sollte ursprünglich Edeka die angeschlagene Kette komplett übernehmen, hat es Rewe durch hartnäckigen Widerstand immerhin geschafft, mehr als 60 Läden in Berlin abzubekommen. Wesentlich geräuschloser wickelte Rewe zeitgleich die Übernahme von Coop Kiel mit rund 200 Märkten ab.

Doch trotz solcher Deals sind die Rollen zwischen den beiden großen deutschen Supermarktbetreibern klar verteilt. „Die Edeka ist der unumstrittene Marktführer in Deutschland und verfügt mit Netto auch über den deutlich größeren Discounter“, sagte Boris Planer, Chefökonom des auf Handel spezialisierten Marktforschungsunternehmens Planet Retail. Das heißt aber nicht, dass Rewe in dem Zweikampf chancenlos ist. „Auf der Plusseite für die Rewe stehen eine enorme Innovationskraft, ein stärkeres Engagement im Online-Handel und die Wachstumsmöglichkeiten eines europäischen Auslandsportfolios“, so Planer.

Die Auseinandersetzung um die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann habe gezeigt, dass es in Deutschland kaum noch Möglichkeiten für größere Übernahmen im Lebensmitteleinzelhandel gebe, sagte Caparros nun. Rewe müsse sich in seinem Heimatmarkt deshalb auf Wachstum aus eigener Kraft konzentrieren. Wachstumschancen im Ausland werde Rewe aber „konsequent ergreifen“.

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Edeka, Lidl und Aldi mit geringeren Zuwächsen

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  • Zu den Rewe: Einzelhandelsmärkten: da gab es in den letzten Jahren in der Tat einen großen Sprung nach vorne: umfangreiches Sortiment, gut sortiert, viele frische Produkte, wohltuende Abwechslung zu den üblichen verdächtigen Discountern.


    Jetzt aber zu diesem Zitat:
    "Wenn die Verbraucher keine Zinsen für ihr Geld bei der Bank bekommen, dann leisten sie sich vielleicht eher eine gute Flasche Wein und ein größeres Steak."

    Erst einmal zum Wein: Rewe hat mittlerweile durchaus einige trinkbare Tröpfchen im Sortiment (hier haben die Discounter aber auch aufgeholt), ABER: auch bei Rewe STEHEN die meisten Flaschen im Regal statt liegend gelagert zu werden - und das ist einer der größten Fehler bei der Weinlagerung (beim Stehen trocknet der Korken aus). Ein echter Weinliebhaber kauft so etwas nicht.
    Ansonsten hat bei dieser Äußerung vermutlich der Mario Drucki Pate gestanden. ;-) Der bekommt die Geldumlaufsgeschwindigkeit nämlich einfach nicht hoch. Wir sind nämlich zur Zeit im "keynesianischen Endspiel", das mit dem Totalversagen des Keynesianismus enden wird.
    Drei Aussagen dazu von Roland Baader:
    "Man hat heute das Wort "Sparen" durch das Wort "Kredit" ersetzt."
    "Wie sich ein einzelner Mensch nicht reich konsumieren kann, so kann sich auch eine ganze Volkswirtschaft nicht reich konsumieren - sie kann sich allenfalls reich sparen."
    "Was wir im papierenen Kreditrausch in den letzten Jahrzehnten vorausgefressen haben, werden wir in den nächsten Jahrzehnten nachhungern müssen."

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