Albert Darboven: Kaffee-Dynastie feiert ihr Doppel-Jubiläum

Albert Darboven
Kaffee-Dynastie feiert ihr Doppel-Jubiläum

Albert Darboven ist deutschlandweit bekannt, seit er persönlich im Fernsehen für seinen Kaffee warb. Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht er noch immer an der Spitze der Firma. Die wiederum feiert ihr 150. Jubiläum.

HamburgEs gibt einen alten Werbe-Spot mit Albert („Atti“) Darboven, hoch über der Elbe. Eine attraktive Kellnerin serviert eine Tasse „Idee“-Kaffee, der Kaffeekönig zwinkert ihr verschmitzt zu und spricht vom „Engel in der Bohne“. In diesem kurzen Moment sieht der Zuschauer Darboven, wie er leibt und lebt. Über Jahrzehnte war der Hamburger Gentleman nicht nur der Chef, sondern auch das Fernsehgesicht seiner Firma.

Die Kaffee-Firma Darboven, die „Atti“ in inzwischen vierter Generation leitet, wird gerade 150 Jahre alt. Im kommenden Monat feiert der Chef zudem selbst runden Geburtstag – seinen 80. Für ihn kein großer Grund zum Feiern. „Vielleicht ein Bier am Abend“ – wenn Zeit ist. Denn auf Darbovens Gestüt „Idee“ kommen die Fohlen zur Welt. Und Pferdezucht ist wichtiger als Geburtstag. „Ohne Pferde könnte ich nicht leben“, sagt er. „Ohne Kaffee aber auch nicht.“

Mit seiner zweiten Ehefrau, einer geborenen Prinzessin von Anhalt, lebt Darboven seit Jahrzehnten unweit seines Gestüts an der Elbe. Er verkörpert für viele den Idealtypus des hanseatischen Kaufmanns. Beim großen Empfang im Rathaus am heutigen Montag spricht deshalb der Bürgermeister höchstpersönlich zum Firmenjubiläum.

Seit mehr als 55 Jahren steht Darboven an der Spitze des Unternehmens. Geboren wurde er als Albert Hopusch in Darmstadt. Sein kinderloser Onkel Arthur Darboven adoptierte ihn 1950 im Alter von 14 Jahren und baute „Atti“ zum Nachfolger in der Familienfirma auf.

Die war damals noch viel kleiner als heute. Bohnenkaffee war ein Luxusartikel, Ersatzkaffee aus Pflanzen noch nicht ganz vom Markt verschwunden. Mächtige Supermarktketten gab es nicht, der Vertrieb lief über rund 300.000 Tante-Emma-Läden.

Den Start ins Nachkriegsgeschäft verpasste die Firma, weil Arthur Darboven vor der Währungsunion eine Zahlung von 34.000 Reichsmark für eine Rohkaffeequote nicht leisten mochte. Konkurrenten wie Jacobs und Tchibo kamen damals schneller aus den Startlöchern.

Heute ist Darboven der kleinste unter fünf großen Kaffeeherstellern in Deutschland. Doch der Chef kann damit gut leben. Er bewahrte über die Jahrzehnte die Unabhängigkeit und verkaufte das Unternehmen auch dann nicht, als Weltkonzerne wie Nestlé ihm Riesensummen boten.

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Pionier des fair gehandelten Kaffees

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