Aldi erhöht Butterpreise Wie uns Neuseelands Dürre die Butter vom Brot nimmt

Dürre in Neuseeland, der schwache Euro und die auslaufende Milchquote: Experten sehen in der Butter einen Spiegel internationaler Trends. Seit Montag machen sich diese auch in den Portemonnaies der Verbraucher bemerkbar.
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Aldi hat seinen Butterpreis angehoben. Die Konkurrenz dürfte bald nachziehen. Quelle: dpa
Aldi macht Butter teurer

Aldi hat seinen Butterpreis angehoben. Die Konkurrenz dürfte bald nachziehen.

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EssenWenn die Kunden seit Montag an den Aldi-Kassen 14 Cent mehr für die Butter bezahlen müssen, sind nach Einschätzung von Experten vor allem internationale Entwicklungen im Spiel. Dabei passt der kräftige Preisaufschlag von 85 Cent auf 99 Cent für das 250-Gramm-Paket eigentlich gar nicht in den allgemeinen Trend der Verbraucherpreise in Deutschland, die im Februar nur minimal gestiegen waren.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Aldi Nord und der Kaffeeröster Tchibo die Preise für ein Pfund Kaffee deutlich angehoben. Begründet hatte Tchibo die Anhebung mit dem im Vergleich zum Euro derzeit deutlich gestiegenen Dollarkurs. Obwohl Kaffee auf dem Weltmarkt in Dollar günstiger geworden ist, müssen die Einkäufer aus dem Euro-Raum deshalb trotzdem tiefer in die Tasche greifen.

Auch im internationalen Buttermarkt spiele die Euro-Schwäche derzeit eine große Rolle, sagt der Vorsitzende des Informations- und Forschungszentrums der Ernährungswirtschaft, Erhard Richarts. Wenn wegen der Dürre in Neuseeland von den Kühen am anderen Ende der Welt weniger Milch produziert werde, konzentriere sich die internationale Nachfrage wegen des günstigen Wechselkurses zunehmend auf den Euro-Raum.

Andere Experten wie der Bereichsleiter Milchwirtschaft der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), Andreas Gorn, sprechen sogar von einer Milchknappheit zum Jahresbeginn 2015. „Das ist eine europaweite Entwicklung“, sagt Gorn.

Einig sind sich die Experten aber auch bei den Auswirkungen der Milchquote, die nach mehr als 30 Jahre Ende Februar ausläuft. Sie war 1984 in der EU eingeführt worden, um mit Obergrenzen eine Überproduktion zu vermeiden und Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. Bei einer Überschreitung sind Strafzahlungen fällig.

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7 Kommentare zu "Aldi erhöht Butterpreise: Wie uns Neuseelands Dürre die Butter vom Brot nimmt"

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  • Warum soll denn bitte Olivenöl "VIEL" gesünder als Butter sein? gibt es dazu studien, irgend was empirisches als dieses gezwitscher ?!

  • @Maria Taxis "Lösung für den Verbraucher: Gesünder leben, Butter vom Tisch"

  • Lösung für den Verbraucher: Gesünder leben, Butter vom Tisch. Esse seit 20 Jahren keine Butter, auch keine Ersatzbutter, sondern ein wenig Olivenöl aufs Brot.Schmeck besser und ist VIEL gesünder.

  • @Christiane Dörr "Man könnte vermuten, dass hier eine Marktabsprache besteht"

  • Im Jahr 2012/2013 wurden in Deutschland 26.000 Tonnen Milch zuviel produziert, so dass Deutschland sogar eine Strafe dafür zahlen musste. Die Bauern erhalten lediglich etwa 30 Cent pro Liter Milch.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article120560518/Deutschland-bekommt-Strafe-fuer-zu-viel-Milch.html

    Nach normalem Verständnis aus marktwirtschaftlicher Sicht müsste bei Überproduktion der Preis eher geringer werden als höher.

    Man könnte vermuten, dass hier eine Marktabsprache besteht. Zumal Aldi den Butterpreis am 01.09.2014 erst von 99 Cent auf 85 Cent gesenkt hatte. Das ist also gerade mal ein halbes Jahr her.

  • Sie sollten einfach mal sehen, daß Butter weitaus billiger als vor 20 oder 30 oder 50 Jahren ist. Das ist Folge der Marktwirtschaft. und wenn Sie dann mal gucken, wie sich diese Preisentwicklung auf das Einkommen der Landwirte auswirkt, dann möchte ich Sie mal erleben, wie sie bei dieser Entwicklung zetern würden. Aber als bekennender Egoist wird Ihnen das sicher egal sein.

  • Moderne Raubritter sind das. Die finden immer einen fragwürdigen Grund Preise anzuheben. Nur wenn es gilt fallende Weltmarktpreise an die Verbraucher weiterzugeben, heißt es "Kan nit verstan".

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