Aldi im Shitstorm in Frankreich Boykott-Aufrufe gegen deutschen Discounter

In Frankreich steht Aldi im Kreuzfeuer der Kritik: Weil Mitarbeiter auf der Jagd nach den „Charlie Hebdo“-Attentätern evakuiert wurden, sollen sie die Arbeitszeit nacharbeiten. Der Discounter dementiert – doch zu spät.
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Der Discounter Aldi hat in Frankreich Probleme bekommen. Zu unrecht, wie er selbst sagt. Quelle: dpa

Der Discounter Aldi hat in Frankreich Probleme bekommen. Zu unrecht, wie er selbst sagt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie französische Aldi-Warenzentrale in Dammartin-en-Goële steht in Frankreich im Fokus Aufmerksamkeit. Nach den Terroranschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ verschanzten sich die beiden Täter in einer Druckerei in der Nähe des Lagers. Am 9. Januar evakuierte die Polizei die Aldi-Mitarbeiter, einige Beschäftigte kamen wegen der Polizeisperren zudem zu spät zur Arbeit. Das französische Blatt „Le Parisien“ berichtet nun, dass Aldi verlangt, dass die Angestellten diese Zeit nacharbeiten. Der deutsche Discounter dementierte den Bericht, doch zu spät: Im Internet gibt es bereits erste Boykott-Aufrufe.

Nach Angaben des Berichts wurden die Mitarbeiter am 9. Januar gegen 16.30 Uhr evakuiert. Nur eine halbe Stunde später stürmten die Einsatzkräfte die Druckerei, in der sich die beiden Terroristen verschanzt hatten. Deshalb konnten die Mitarbeiter nicht wie üblich ihre sieben Stunden arbeiten. Den Angaben einer Gewerkschafterin zufolge, die in „Le Parisien“ zitiert wird, habe die Geschäftsführung ihr gegenüber die Entscheidung bestätigt. Einen Gehaltsabzug solle es jedoch nicht geben.

Der deutsche Discounter widersprach dem Bericht umgehend. „Die Geschäftsführung kann die Informationen absolut nicht bestätigen“, hieß es in einer Erklärung. Die Informationen seien nicht korrekt. Die Mitarbeiter müssten weder um den Verlust ihres Gehalts fürchten noch darum, auch nur eine Stunde nacharbeiten zu müssen, so die Aldi-Zentrale.

Im Internet tobt jedoch schon der Mob. Unter der Meldung des „Parisien“ auf dem Kurznachrichtendienst Twitter äußern die Franzosen ihre Wut. Einer schreibt: „Aasgeier bleiben Aasgeier.“

Ein weiterer bedauert die Mitarbeiter und schreibt am Ende ein Wort, das die Umstände seines Erachtens nach besonders gut beschreibt: „Schande!“

„Le Parisien“ hat das Dementi inzwischen ebenfalls auf Twitter verbreitet.

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3 Kommentare zu "Aldi im Shitstorm in Frankreich: Boykott-Aufrufe gegen deutschen Discounter"

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  • Aldi war am Anfang eine sehr gute Idee. Inzwischen ist Aldi zu mächtig und zu reich auf dem Rücken der Zulieferer geworden. Das Verhalten von Aldi F ist eine Schande und schadet dem Ansehen Deutschlands! Boykotiert ALDI!

  • Die sozialen Medien werden immer asozialer, weil sie als moderne Hexenjagd missbraucht werden.
    Der Besen fliegt heutzutage elektronisch.

  • Ich frage mich was das HB in der letzten Zeit mit dem Zitieren von irgendwelchen Twitternachrichten darstellen will. Mit Qualitätsjournalismus hat das nichts mehr zu tun. Wahrscheinlich sind beim HB grad ein paar Studis zum Praktikum und haben Gabor Steingart gezeigt was man so alles tolles im Internet machen kann. Liebes Handelsblatt: Wenn ich Twitter-Niveau (zusamenhangsloser Bullshit) lesen möchte benutzte ich Twitter. Von euch erwarte ich Qualität, die sicher nicht dadurch erreicht wird indem ihr Twitternachrichten von irgendwelchen Personen kopiert und hier rein stellt. Eine Schande für jeden guten Journalist! Obendrein wisst ihr nicht mal wer die Leute sind und was deren Ambitionen sind die dort schreiben......

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