Aldi, Rewe, Edeka Bio-Boom und kein Ende

Für Marktforscher ist Bio „der erfolgreichste Trend überhaupt“. Fast 10 Milliarden Euro gaben Deutschen im vergangenen Jahr für ungespritztes Obst und Biofleisch aus. Und das Wachstum hält an.
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Für Marktforscher ist Bio „der erfolgreichste Trend überhaupt“. Quelle: dpa
Äpfel mit Bio-Siegel

Für Marktforscher ist Bio „der erfolgreichste Trend überhaupt“.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie deutschen Verbraucher greifen immer öfter zu Bioprodukten. Nach einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat sich der Bioanteil beim Lebensmittel- und Getränkeeinkauf in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt - von knapp drei auf fast sechs Prozent. Bio sei im Konsumgüterbereich „der erfolgreichste Trend überhaupt“, urteilen die Marktforscher.

Egal ob es um Biofleisch, ungespritztes Obst und Gemüse oder Bio-Eier geht, die Nachfrage steigt. Nach Berechnungen des Arbeitskreises Biomarkt kauften die Deutschen im vergangenen Jahr für 9,48 Milliarden Euro Bio-Lebensmittel und -Getränke. Das bedeute eine Steigerung von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Es gab kaum Warengruppen, bei denen kein Umsatzplus zu verzeichnen war“, beobachtet der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

In einigen Bereichen bringt das den Handel gelegentlich schon an die Grenzen seiner Möglichkeiten. So berichtet Dirk Heim, Bereichsleiter Nachhaltigkeit beim Handelsriesen Rewe: „Seit zwei Jahren beobachten wir enorme Zuwachsraten im Bereich Biofleisch. Die Nachfrage ist so groß, dass wir ab und zu den Bedarf gar nicht decken können.“ Rewe versucht inzwischen, durch langfristige Verträge mit strategischen Partnern eine ausreichende Versorgung mit Bioprodukten sicherzustellen. Aber wenn die Ernte so schlecht ausfalle, wie etwa in Deutschland in diesem Jahr bei den Äpfeln dann sei das „ein Riesenproblem“.

Rewe allein hat im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro Umsatz mit Bioprodukten gemacht. Knapp 90 Prozent davon entfielen auf Eigenmarken der Handelskette. Denn Markenartikler spielen beim Thema Bio nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Die Zeiten, in denen umweltbewusste Verbraucher mühsam nach Bio-Produkten suchen mussten und nur in Naturkostläden fündig wurden, sind längst vorbei. Fast zwei Drittel der Umsätze mit Bio-Produkten werden inzwischen in Supermärkten, bei Discountern und in Drogeriemärkten gemacht – und ihr Anteil steigt.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Für Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. ist Bio gleich aus mehreren Gründen attraktiv. Zum einen, weil die Kasse klingelt: Bioprodukte sind nach Berechnungen der GfK im Durchschnitt um 64 Prozent teuer als konventionelle Produkte. Zum anderen wegen der Zielgruppen, die mit Bioprodukten erreicht werden: „Vor allem jüngere Leute und Familien mit Kindern, aber auch höhere Einkommensgruppen lassen sich damit ansprechen. All das sind interessante Zielgruppen“, sagt Rewe-Manager Heim.

Eine Ende des Bios-Booms ist für den Chef des Bio-Labels Alnatura, Götz Rehn, denn auch nicht in Sicht. Er prognostizierte kürzlich im Gespräch mit dem Branchenfachblatt „Lebensmittel Zeitung“: „Bio steht erst am Anfang.“

Doch nicht alle teilen diesen Optimismus uneingeschränkt. „Bio boomt nach wie vor. Aber das muss nicht immer so weitergehen“, meint etwa Rewe-Manager Heim. Andere Themen könnten Bio in Zukunft durchaus den Rang ablaufen. „Das Bio-Siegel allein wird in Zukunft nicht mehr ausreichen.“ Die Bio-Hersteller müssten anfangen, auch andere Kaufmotive stärker zu bedienen, die für die Kunden im Supermarkt relevant sind, drängt er. „Etwa Regionalität, Fairness und Tierschutz.“

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  • dpa
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