Aldi schockte Branche mit 1,5-Liter-Flasche für nur 19 Cent
Markenhersteller steuern gegen Trend zum Billigwasser

Der Getränkemarkt in Deutschland ist für Markenhersteller kein einfaches Terrain: Die Lebensmittel- Discounter gewinnen mit ihren Billigwässern Marktanteile. Das führt zu einem Preisverfall, den Markenhersteller und Handel beklagen. Die Markenherstellen wollen jetzt in die Offensive gehen.

HB DÜSSELDORF. Bei der Tour de France lassen gleich zwei Mineralwasser-Anbieter kräftig in die Pedale treten. Nestlé sponsert zum vierten Mal in Folge das größte Radsportevent der Welt und starten parallel dazu im Einzelhandel Werbeaktionen. Gerolsteiner ist zum zweiten Mal mit einem eigenen Team bei dem härtesten Radrennen der Welt vertreten. Aber nicht nur in Frankreich stehen jetzt harte Etappen bevor. Auch der Getränkemarkt in Deutschland gestaltet sich zunehmend schwierig. Die Lebensmittel- Discounter gewinnen mit ihren Billigwässern Marktanteile. Das führt zu einem Preisverfall, den Markenhersteller und Handel beklagen.

„Bisher läuft die Saison nicht so, wie es unter normalen Umständen zu erwarten gewesen wäre“, sagt der Vorstandschef von Nestlé Waters Deutschland, Gustav-Axel Quast. Das Zwangspfand auf Getränkedosen und Einwegflaschen habe den Markt verzerrt. Hinzu kommt noch, dass der Wettergott derzeit nicht mitspielt. Regen und kalte Tage machen Durstlöscher nicht zu Rennern. Die ersten fünf Monate 2004 zusammengerechnet liegt der Wassermarkt noch im Plus. Der Absatz im deutschen Lebensmittelhandel stieg um 4 Prozent, der Umsatz um 1,9 Prozent. Im kühlen Mai drehte sich der Wind: Der Umsatz sank leicht. Im Juni rechnet Quast auch beim Branchenabsatz mit einem Minus.

Für die Mineralwasserbrunnen haben die „Bergwertungen“ bereits begonnen. In den Sommermonaten des Vorjahres hatte die Hitzewelle die Absatzkurve steil nach oben getrieben. So schossen die Verkäufe im August 2003 um 37 Prozent in die Höhe. Die Branche fährt gegen ein Rekordniveau an: Im vergangenen Jahr trank statistisch gesehen jeder Bundesbürger mit 129 Litern so viel natürliches Mineral- und Heilwasser wie noch nie. Das waren etwa zwei Kästen mit 0,7-Liter- Flaschen je Verbraucher mehr als 2002. Mineralwasser verdrängte damit Bier auf Platz 3 der beliebtesten Getränke. Nur der Kaffeekonsum ist hier zu Lande mit über 150 Litern pro Kopf größer.

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