Aldi & Co.
Delle bei Nonfood

Dämpfer für Discounter wie Aldi oder den Kaffeeröster Tchibo. Das Geschäft mit Aktionsartikeln wie Elektronik ist ins Stocken geraten - die Nachfrage nach günstigen Computern oder Handys scheint gesättigt zu sein.

Die Bilder glichen sich im vergangenen Jahr fast überall: Bis zur Decke gefüllte Lagerhallen, in denen Deutschlands Discounter unverkäufliche Badelatschen, Küchenhelfer und Gartenartikel stapelten. Womit die Billigketten in den vergangenen zwei Jahrzehnten gut verdienten, ist abrupt ins Stocken geraten: Das Geschäft mit den Aktionsartikeln - in der Branche "Nonfood" genannt - läuft nicht mehr rund.

Der Kundenstamm sei ausgereizt, glaubt Handelsfachmann Johannes Siemes von der Beratungsfirma KPMG. Der Kölner Discountexperte Ulrich Eggert formuliert es drastischer: "Niemand braucht eine dritte Bohrmaschine."

Das gilt vor allem für den Verkauf von Computern, der noch vor einigen Jahren lange Schlangen vor den Aldi-Läden hervorbrachte. Weil mittlerweile die Nachfrage weitgehend gesättigt ist, bleiben die Billigheimer auf ihrer Elektronik sitzen. Mit fatalen Folgen für den Ertrag: Denn eine operative Gewinnmarge gibt es bei den Verkäufen selten. Verdient wird am Finanzgeschäft. Das funktioniert so lange, wie Kunden die angebotenen PCs gleich am ersten oder zweiten Verkaufstag bezahlen, das Geld aber erst nach mehreren Wochen Zahlungsfrist an den Lieferanten weitergereicht wird. Entwickelt sich der Computer zum Ladenhüter, ist der Gewinn perdu.

Für Discounter wie Aldi, die immer noch ein Fünftel ihres Umsatzes mit Aktionsware bestreiten, ist der Einbruch bitter. Noch stärker traf es zuletzt den Kaffeeröster Tchibo, der rund die Hälfte seines Geschäfts mit Kofferradios, Eieruhren, Bademänteln und ähnlichem bestreitet.

Nicht nur die Nachfrage nach nützlichem Allerlei sank bundesweit, der Anteil der Discounter an diesem Geschäft schrumpfte gleich mit. Steuerten sie 2005 noch fünf Prozent zu den Nonfood-Verkäufen bei, sank ihr Anteil im vergangenen Jahr auf 4,6 Prozent - ein Wertverlust von immerhin 800 Mill. Euro, wie die Marktforschungsfirma GfK errechnet hat. Selbst die Erweiterung des Sortiments um den Verkauf von Mobiltelefonen, Telefonverträgen oder Reisen habe den Negativtrend nicht aufhalten können, heißt es bei den Nürnberger Experten. Schlimmer noch: Die häufig mangelhafte Qualität der Artikel droht auf das bislang positive Image des Lebensmittelsortiments abzufärben.

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