Alexander Wirth wird Nachfolger
Willy Bogner sichert sein Modeimperium

Firmen-Patriarch Willy Bogner macht Alexander Wirth, Deutschland-Chef von Ralph Lauren, zu seinem Nachfolger. Mit einem Firmenverkauf war der ehemalige Skifahrer und Filmemacher zuvor mehrfach gescheitert.

DüsseldorfDer Münchener Modeunternehmer Willy Bogner hat sich dazu entschieden, sein Lebenswerk mit einer kleinen Lösung zu sichern – nachdem der Verkauf im Sommer gescheitert war. Er hat jetzt offiziell bestätigt, dass er den Chef von Ralph Lauren Germany, Alexander Wirth, ins Unternehmen holt. Der soll Anfang nächsten Jahres als Chief Operating Officer (COO) das Tagesgeschäft leiten und als stellvertretender CEO starten und später die Führung des Unternehmens übernehmen. Die Nachricht war schon gestern Abend durchgesickert.

Der 40-jährige Alexander Wirth verfügt über langjährige Erfahrungen in der internationalen Modebranche. Er arbeitete in Führungspositionen bei René Lezard sowie beim britischen Luxusmodekonzern Burberry. Derzeit ist er Geschäftsführer von Ralph Lauren Germany. Bogner hatte nach Handelsblatt-Informationen schon länger mit Wirth verhandelt.

Wirth zeigte sich in einer Pressemitteilung „fest davon überzeugt, Bogner zu einer weltweiten Top-Marke weiterentwickeln zu können“. Er lobt Bogner als Familienunternehmen mit großer Tradition und „viel Substanz“. Es sei bereits heute eine international erfolgreiche Lifestyle-Marke, lobte Wirth. Willy Bogner bezeichnete Wirth als „eine echte Führungspersönlichkeit mit internationaler Erfahrung und Sportsgeist“.

Der 73-jährige Bogner sucht schon länger eine Lösung, um das von ihm gegründete Sportmode-Unternehmen für die Zukunft zu sichern. Im September vergangenen Jahres teilte Bogner mit, er habe die Investmentbank Goldman Sachs damit beauftragt, verschiedene strategische Optionen zu prüfen. Ein Verkauf stand dabei ganz oben auf der Wunschliste.

Doch im vergangenen Sommer blies er den Verkauf wieder ab. Das dürfte vor allem an seinen hohen Preisvorstellungen gelegen haben. Ursprünglich wollte Bogner angeblich 600 Millionen Euro und mehr haben. Doch das war vielen der anfangs fast 40 Kaufinteressenten zu hoch, die sich bei Goldman Sachs gemeldet hatten. Zuletzt lagen seine Vorstellungen wohl bei 300 Millionen. Das war den Investoren offensichtlich auch noch zu viel.

Am Schluss waren noch prominente Interessenten wie Bayern-Star Philip Lahm und Daimler-Chef Dieter Zetsche bereit, Bogners Modefirma zu übernehmen. Das Konsortium, zu dem auch der chinesische Modekonzern Fosun gehört, führte der frühere Coty-Chef Bernd Beetz an.

Doch Bogner suchte auch einen strategischen Investor, dem die traditionsreiche Münchener Modemarke am Herzen lag, hieß es. Das war neben dem Preis ein wichtiger Grund, warum die Investoren nicht zum Zuge kamen.

Es war nicht der erste Versuch Bogners, sein Erbe zu sichern. Er hatte schon seit mehreren Jahren immer wieder versucht, sich von seinem Unternehmen zu trennen. Zwischenzeitlich stand ein Börsengang zur Debatte, doch die Finanzkrise kam dazwischen und so schaffte es die Sportmodemarke nie aufs Parkett.

Das Label kam im Geschäftsjahr 2013/14 (Ende Oktober) auf einen Umsatz von 227 Millionen Euro und beschäftigt weltweit gut 900 Mitarbeiter. Doch Bogner kämpft mit der Krise in Russland. Denn die Verkäufe in Russland, einem für Bogner wichtigen Markt, werden durch den schwachen Rubel belastet.

Ob Bogner den neuen Topmanager Wirth auch am Unternehmen beteiligt, ist offen. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Unternehmensgründer eher das Eigentum an seinem Unternehmen auf andere Weise dauerhaft sichern will. Denkbar wäre eine Stiftung.

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