Alibaba
Online-Händler trotzt Konjunktur-Sorgen

Die Kaufzurückhaltung von chinesischen Verbrauchern und Unternehmen macht vielen Händlern zu schaffen. Alibaba kann trotz der Turbulenzen auch im Heimatmarkt wachsen. Der Gewinn schoss zuletzt deutlich in die Höhe.

PekingDie Handelsplattform Alibaba kann die wirtschaftlichen Turbulenzen in China weiterhin abschütteln. Im vergangenen Vierteljahr wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 39 Prozent auf knapp 24,2 Milliarden Yuan (3,25 Mrd Euro). Das übertrag die Erwartungen der Analysten, die Aktie legte im frühen US-Handel um 4,5 Prozent zu. Der Gewinn sprang in dem Ende März abgeschlossenen Schlussquartal des Geschäftsjahres von 2,9 auf 5,36 Milliarden Yuan (720,8 Mio Euro) hoch, wie Alibaba am Donnerstag mitteilte.

Dabei kann Alibaba auch im Heimatmarkt wachsen, während die Kaufzurückhaltung von Verbrauchern und Unternehmen anderen Playern zu schaffen macht. Das Volumen der umgeschlagenen Waren auf Alibabas chinesischen Online-Marktplätzen stieg im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 742 Milliarden Yuan. Alibaba hat jetzt 423 Millionen aktive Käufer in China.

Das Nettorergebnis vor Sonderposten fiel im abgelaufenen Quartal um 1,4 Prozent auf umgerechnet 1,02 Milliarden Euro, wie der Rivale von US-Weltmarktführer Amazon mitteilte. Hintergrund seien Kosten für die Expansion ins Ausland. Zudem belasteten vor allem hohe Investitionen in den Bezahldienst Alipay, der sich einen erbitterten Konkurrenzkampf mit dem Pendant von Alibabas heimischen Erzrivalen Tencent liefert, die Bilanz.

Alibaba macht zu schaffen, dass immer mehr Chinesen online sind und deswegen das rasante Wachstum der vergangenen Jahre etwas abflaut. Daher schaut sich das Unternehmen nach Gelegenheiten im Ausland um. So kaufte Alibaba im vorigen Monat die Mehrheit am kleineren Konkurrenten Lazada, einer Gründung der deutschen Startup-Schmiede Rocket Internet. Rocket hatte Lazada 2011 als eine Art Amazon-Klon in Singapur gegründet. Das Startup ist zudem in den Schwellenländern Malaysia, Indonesien, Philippinen, Thailand und Vietnam aktiv. Alibaba hatte 2014 beim größten Börsengang aller Zeiten rund 25 Milliarden Dollar eingenommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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