Alitalia
Blaupause für Air Berlin?

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia, wie Air Berlin eine der Beteiligungen der Golf-Airline Etihad, will 49 Prozent an Air Malta übernehmen. Ein Modell auch für die deutsche Etihad-Tochter?

FrankfurtManche Dementis sind richtig und falsch zugleich. Als die „Times of Malta“ kürzlich berichtete, dass Etihad mit 49 Prozent bei der heimischen Fluggesellschaft Air Malta einsteigen werde, dementierte die Golf-Airline hart. Entsprechende Berichte seien „kategorisch falsch“, ließen die Offiziellen in Abu Dhabi verlauten. Doch seit Ende April wissen wir: Etihad wird wahrscheinlich doch Aktionär von Air Malta – nämlich indirekt über die Beteiligung Alitalia, die 49 Prozent an der angeschlagenen maltesischen Fluggesellschaft erwerben will.

Die Transaktion selbst fand kaum Beachtung. Air Malta ist klein. Gerade einmal zwölf Flugzeuge besitzt das Unternehmen. Vor gut drei Jahren war die Airline mit einem Verlust von 74 Millionen Euro faktisch am Ende, die EU genehmigte aber die erforderliche Staatshilfe. Für das vergangene Geschäftsjahr hatte das Management eine Reduzierung des Verlusts auf vier Millionen Euro angepeilt, konkrete Zahlen gibt es aber noch nicht. Dafür ist seit längerem klar: Die Airline soll verkauft werden, beziehungsweise sich einen starken Partner suchen.

Alitalia kann sich mit einem Einstieg, der noch durch die Aufsichtsbehörden aber auch die Arbeitnehmervertreter abgesegnet werden muss, touristisch etwas stärken. Für Air Malta wiederum ist das Netzwerk von Alitalia und der süditalienische Raum interessant.

Ein bahnbrechender Deal ist die Transaktion gleichwohl nicht. „Das Einzugsgebiet von Air Malta ist aus Sicht von Etihad eher klein“, sagt Gerald Wissel vom Luftfahrtberatungsunternehmen Airborne Consulting aus Hamburg. Dennoch ist der Schritt interessant. Denn er könnte eine Art Blaupause für die deutsche Air Berlin sein, ebenfalls eine Beteiligung von Etihad. „Alitalia könnte eine Plattform sein, um alle Beteiligungen von Etihad unter ein Dach und eine Führung zu nehmen“, sagt Wissel.

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