Alkoholfreier Sekt im Trend
Ohne Prozente durch die Silvesternacht

Hugo, Spritz und Erdbeersecco: Um ihre Kunden bei Laune zu halten, lassen sich die Sekthersteller einiges einfallen. An Silvester greifen die Deutschen aber wieder zum Klassiker – häufiger auch zum alkoholfreien.

Mainz/Wiesbaden„Noch ein bisschen Sekt?“ – „Nein danke, ich muss heute fahren.“ Egal ob wegen Autofahrens, aus religiösen Gründen oder einfach wegen des Geschmacks – für immer mehr Sektliebhaber scheint die alkoholfreie Variante zu einer Alternative zu werden. Auch in der Silvesternacht.

Alkoholfreien Sekt gibt es zwar bereits seit Ende der 1980er Jahre. „Doch in den letzten Jahren hat sich auch bei den Sektfans der alkoholfreie Genuss zu einem echten Trend entwickelt“, sagt der Sprecher der Geschäftsführung der Henkell & Co.-Gruppe, Andreas Brokemper, in Wiesbaden.

Nach seiner Einschätzung waren es primär Rosésekte, alkoholfreie Sekte sowie Sektcocktails, die dem Markt Auftrieb verliehen haben. Im Zuge dieses Trends hätten exklusive Ausstattungen, wie etwa eine schicke weiße Flasche, eine immer größere Rolle gespielt.

Weinhaltige Cocktails verlieren nach Jahren deutlicher Zugewinne wieder an Zuspruch, wie Brokemper sagt. Dagegen legen Champagner, Crémant und Prosecco zu. „Die Entwicklung hin zu Premiumprodukten und Spezialitäten kommt uns als Unternehmensgruppe sehr entgegen.“ Die Henkell-Gruppe geht davon aus, dass die Grundweinpreise stabil bleiben. „In diesem Jahr konnte in Europa eine gute Ernte mit hervorragenden Qualitäten eingefahren werden“, sagt Brokemper.

Insgesamt blickt die deutsche Sektbranche zufrieden auf das Jahr 2015 zurück - obwohl der Absatz stagniert. Bis einschließlich Oktober verzeichnete die Branche ein Absatzminus von 0,1 Prozent, wie der Geschäftsführer des Deutschen Sektverbandes, Ralf Peter Müller, sagt. „Die Hauptabsatzzeit liegt ja noch vor uns, so dass ich für das Gesamtjahr mit einer schwarzen Null rechne.“ In 2014 war der Absatz des Schaumweins nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 1,5 Prozent auf 317 Millionen Liter zurückgegangen.

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