All Nippon Airways
Flugausfälle nach Startverbot für Dreamliner

Nach dem Flugverbot der Luftfahrtbehörden für die Boeing 787 hat All Nippon Airways viele Flüge abgesagt. Der japanischen Airline fehlen Ersatzmaschinen. Eine Fluggesellschaft hat den Dreamliner bereits abbestellt.
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TokioWegen fehlender Ersatzmaschinen für den am Boden bleibenden Dreamliner hat die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) allein für das Wochenende Dutzende Flüge abgesagt. Nach dem Zwischenfall vom Mittwoch und dem vorläufigen Flugverbot für das Modell Boeing 787 habe ANA den Flugplan überarbeitet, teilte die Airline am Freitag mit. Derweil trafen vier US-Experten zur Untersuchung eines der defekten Flugzeuge in Japan ein.

Insgesamt 7100 Passagiere seien von dem Ausfall von 44 Inlands- und acht internationalen Flügen betroffen, erklärte ANA. All Nippon Airways war der erste Kunde, an den Boeing das Langstreckenflugzeug auslieferte. Für die inzwischen 17 Dreamliner hat die Fluggesellschaft keinen Ersatz.

Nach der Notlandung einer Boeing 787 in Japan am Mittwoch hatten ANA und Japan Airlines (JAL) ein vorläufiges Flugverbot für all ihre Maschinen dieses Typs angekündigt. Kurz darauf ordnete die US-Luftfahrtbehörde FAA wegen zweier Zwischenfälle mit brennenden Batterien an Bord von Dreamlinern ein vorübergehendes Flugverbot für alle 50 weltweit im Einsatz befindlichen Maschinen an.

Am Freitag trafen vier US-Spezialisten in der südwestjapanischen Stadt Takamatsu ein, wo eines der betroffenen Flugzeuge derzeit steht. Aus der Maschine sei bereits die fragliche Lithium-Ionen-Batterie ausgebaut worden, um sie zu untersuchen, sagte ein Sprecher der japanischen Luftfahrtbehörde. Die Maschine hatte am Mittwoch wegen durch die Batterie verursachter Rauch- und Geruchsentwicklung an Bord notlanden müssen.

Die japanischen Ermittler veröffentlichten ein Foto der schwarzen, verkohlten Batterie, deren blaue Ummantelung Brandspuren aufweist. Zudem ist der Austritt einer schwarzen Flüssigkeit zu erkennen, die mutmaßlich überkochte.

Boeing baut Lithium-Ionen-Batterien ein, weil sie leichter und leistungsfähiger sind als herkömmliche Nickel-Cadmium-Batterien. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten und damit treibstoffsparenden Dreamliners war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden. Die Lithium-Ionen-Batterien können aber leicht heiß werden und dann Feuer fangen.

Die australische Fluggesellschaft Qantas zog am Freitag entgegen ersten Ankündigungen die Bestellung eines Dreamliners zurück. An der Order von 14 weiteren Maschinen halte die Fluggesellschaft aber fest, hieß es in Sydney. Erste Fluggesellschaften erwägen bereits Schadenersatzforderungen an den US-Flugzeugbauer.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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