Allianz zeichnet sich ab
New Yorker und Tokioter Börse kommen sich näher

Die Allianzverhandlungen zwischen der New York Stock Exchange und der Tokioter Börse werden konkreter. Eine Kapitalverflechtung sieht der japanische Handelsplatz aber erst ab 2009. Derweil führt ein veraltetes Computersystem zu einer Millionenklage.

TOKIO. Die Amerikaner wollten einen konkreten Allianzvorschlag bis Jahresanfang verabschiedet haben, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai. Zum Zeitpunkt der Übernahme von Euronext in Europa würde der Tokioter Börse (TSE) dann das asiatische Standbein in einer weltumspannenden Allianz. Ein Sprecher der Tokioter Börse (TSE) bestätigte dem Handelsblatt, dass TSE-Präsident und Chairman Taizo Nishimuro vergangene Woche mit dem Chef der New Yorker Börse John Thain verhandelt habe. Über den Inhalt der Verhandlungen wollte er jedoch keine Details nennen.

Die Verhandlungen mit der New Yorker Börse seien unter den Kooperationsgesprächen der TSE jedoch am weitesten fortgeschritten, sagte der Sprecher. In diesem Monat hat die TSE ihren Verhandlungsführer fest in New York positioniert, um einen Abschluss voranzutreiben. „Wir schließen in Zukunft auch eine Kapitalallianz nicht aus“, sagte TSE-Sprecher Mitsuo Miwa. „Aber zunächst müssen wir unseren Wert stärken, indem wir ein neues Handelssystem entwickeln.“ Das veraltete Computersystem brachte der TSE eine Schadensersatzklage von Mizuho Securities über umgerechnet mehr als eine viertel Milliarde Euro ein.

Zudem seien Kapitalbeteiligungen schwierig, so lange die TSE nicht selbst börsennotiert sei. Ihren Börsengang plant die TSE für 2009. Dem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung zufolge schlägt die New Yorker Börse (NYSE) eine gegenseitige Kapitalverflechtung von zehn Prozent vor, um operative Kooperationen wie gemeinsame Notierungen von Aktien oder Immobilientreuhandfonds (Reits) sowie ein neues Segment für asiatische Wachstumswerte zu unterfüttern.

Die meisten Anteile an der TSE liegen nach der Umwandlung in ein Privatunternehmen weiter bei Wertpapierhäusern. Eine Übertragung der Anteile ist mit Zustimmung des Boards der TSE möglich. Die Preis-Festsetzung aber ist der TSE zufolge schwierig, weshalb ein solcher Schritt erst nach dem eigenen Börsengang sinnvoll sei.

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