Alnatura gegen dm

Der Rosenkrieg im Bio-Reich geht weiter

Es ist ein Krieg unter Schwagern: Der Bio-Hersteller Alnatura und die Drogeriekette dm streiten sich weiter um Markenrechte und Vertriebspartner. Jetzt mischt auch der härteste dm-Konkurrent mit.
Die Drogeriekette dm und Alnatura sind seit den 1980er-Jahren verbunden. Doch dm hat die Kooperation aufgelöst. Seitdem herrscht Streit zwischen den beiden Marken. Quelle: dpa
Alnatura-Markt

Die Drogeriekette dm und Alnatura sind seit den 1980er-Jahren verbunden. Doch dm hat die Kooperation aufgelöst. Seitdem herrscht Streit zwischen den beiden Marken.

(Foto: dpa)

Darmstadt, FrankfurtDer Rosenkrieg zwischen den einst befreundeten Handelsunternehmen Alnatura und dm geht weiter. Der ursprünglich für den 26. Juli anberaumte Zivilprozess vor dem Landgericht Darmstadt sei auf den 27. September dieses Jahres verlegt worden, sagte eine Justizsprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Gründe für den Aufschub nannte sie nicht.

Der südhessische Biolebensmittel-Hersteller Alnatura wehrt sich in dem Verfahren gegen Versuche der Drogeriemarktkette dm, Einfluss auf Vertriebsentscheidungen zu nehmen. An einen Kooperationsvertrag aus den 1980er Jahren fühlt sich Alnatura nicht mehr gebunden, seitdem dm die sehr enge, historisch gewachsene Zusammenarbeit gelockert und zahlreiche Alnatura-Produkte zugunsten einer eigenen Bio-Linie ausgelistet hat. Inzwischen betreibt Alnatura 105 eigene Märkte und beliefert unter anderem den größten deutschen Einzelhändler Edeka.

Neue Nahrung könnte der Vertriebsstreit durch das Interesse des dm-Erzrivalen Rossmann an Alnatura-Produkten erhalten. Der „Wirtschaftswoche“ sagte Inhaber Dirk Roßmann, dass man schon seit einiger Zeit mit Alnatura über die Lieferung eines Teilsortiments spreche. Entschieden sei allerdings noch nichts.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Parallel zum Darmstädter Prozess streiten sich die verschwägerten Firmenchefs Götz Rehn (Alnatura) und Götz Werner (dm) in einem anderen Verfahren um die Rechte an der Marke Alnatura. Vor dem Landgericht Frankfurt hatte dm eine erste Niederlage erlitten und Berufung vor dem Oberlandesgericht angestrengt. Dort soll erst im Februar 2017 verhandelt werden. Ein zwischenzeitlich möglich erscheinender Vergleich zwischen den Firmengründern ist bislang nicht zustande gekommen, wie Alnatura bestätigte.

  • dpa
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