Als Partner von Springer, Waz und Holtzbrinck sind die holländische Post TPG und Hermes Logistik im Gespräch
Verlage planen Allianz im Briefgeschäft

Die großen deutschen Zeitungsverlage planen gemeinsam mit der holländischen Post TPG und Hermes Logistik eine Allianz im Briefgeschäft. Damit könnte der erste nationale Konkurrent der Deutschen Post entstehen.

HAMBURG. Die Verlage planen offenbar eine Beteiligung an EP Europost, dem Joint Venture von TPG (71 Prozent der Anteile) und Hermes (29 Prozent) im Briefgeschäft, wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr. Das Postgeschäft ist für viele Verlage ein Zusatzgeschäft im Bereich der Zeitungszustellung. Hermes ist die Paket- und Logistiktochter des Hamburger Versandhändlers Otto. TPG bietet unter den Marken TNT und Royal TPG Post weltweit Post-, Express- und Logistikdienste an und setzte 2003 11,9 Mrd. Euro um. Euro.

„Nach unseren Marktbeobachtungen dürfte ein leistungsfähiger neuer Wettbewerber vom Markt begrüßt werden“, sagte der Hamburger Post-Experte und Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Ein privater Wettbewerber müsse seine Leistungen rund 20 Prozent günstiger anbieten als die Deutsche Post, um überhaupt ins Geschäft zu kommen.

Der Allianz von Europost mit den Verlagen gehören nach den Kreisen der Axel Springer Verlag, die Waz- und die Holtzbrinck-Gruppe an. Während Sprecher von Springer und der Waz-Gruppe die Pläne nicht kommentieren wollten, sagte Michael Grabner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Georg von Holtzbrinck GmbH: „Die Briefzustellung ist ein sehr interessantes Nebengeschäft für unsere Regionalzeitungen, weil die Strukturen vorhanden sind. Wir würden es gerne in Kooperation mit Europost ausbauen.“

Hermes-Geschäftsführer Hanjo Schneider wollte die Pläne ebenfalls nicht kommentieren, schließt solche Allianzen aber generell nicht aus. Er bestätigte, dass alle maßgeblichen Unternehmen Gespräche über Strategien zur Eroberung des Briefmarktes führen. Wegen der hohen Investitionen in den Aufbau eines flächendeckenden Netzes setze Europost auf starke Partner, um das Briefgeschäft auszubauen, sagte Schneider. Mit einem Ergebnis der Gespräche rechnet er noch in diesem Jahr.

Im Briefgeschäft werden sich in den kommenden Jahren laut Schneider höchstens zwei bis drei große Unternehmen durchsetzen, die über ein flächendeckendes Netz und die nötigen Brief-Mengen verfügen. Er ist davon überzeugt, dass das Briefmonopol wie vorgesehen in Deutschland Ende 2007 ausläuft. „Die Liberalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“, sagte Schneider.

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