Alternative Anbieter könnten dem Dualen System Deutschland empfindliche Umsatzverluste zufügen
Konkurrenten bedrängen Grünen Punkt

Nach dem Schlag des Bundeskartellamts gegen das DSD (Duales System Deutschland AG) bereitet sich der Kölner Wettbewerber Interseroh AG darauf vor, dem Grüne- Punkt-Lizenzgeber Marktanteile abzunehmen.

HB KÖLN. Vor zwei Wochen hatten die Wettbewerbshüter durchgesetzt, dass sämtliche großen Handels- und Industriekonzerne aus dem Aktionärskreis des DSD ausscheiden. Diese Trennung könnte jetzt dazu führen, dass sich Rewe, Henkel und Co. nach alternativen Anbietern für ihre Verpackungsentsorgung umschauen. „Bei uns haben bereits mehrere Interessenten angeklopft“, sagt Interseroh-Vorstand Michael Mevissen.

Bislang sorgte eine Klage des DSD gegen die Zulassung eines zweiten, von Interseroh gesteuerten Dualen Systems in der Hansestadt Hamburg allerdings bei potenziellen Kunden für Irritationen. Kaum ein Unternehmen zeigte sich bereit, angesichts der Rechtsunsicherheit seine Unterschrift unter den Entsorgungsvertrag zu setzen. Damit dürfte es bald vorbei sein: DSD-Chef Hans-Peter Repnik kündigte vor zwei Wochen öffentlich an, die Klage zurückzuziehen.

Über den Zeitpunkt, zu dem Interseroh in Hamburg und sechs weiteren Bundesländern starten wird, äußerte sich Mevissen nur vage. „Im Laufe des nächsten Jahres werden wir schon sehr weit sein“, sagte er. Interseroh peile dabei einen Marktanteil von fünf bis zehn Prozent an. Ein ähnlich großes Stück vom Kuchen will sich der Mainzer DSD-Konkurrent Landbell AG abschneiden. „Für uns sind knapp zehn Prozent durchaus realistisch“, sagt dessen Vorstandschef Wolfgang Schertz.

Für die privaten Haushalte wird sich dabei zunächst wenig ändern. Landbell und Interseroh nutzen die gelben Tonnen und Mülltransporteure des DSD gegen eine Gebühr mit, und teilen dann erst die eingesammelten Abfallmengen untereinander auf.

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