Am Firmensitz in Schenefeld steht Radikalkur an
Mutterkonzern greift Spar unter die Arme

Der achtgrößte deutsche Lebensmittelhändler Spar Handels-AG trennt sich vom Tafelsilber, um den defizitären Großhandel zu sanieren. Das Handelsunternehmen will deshalb seine 50-prozentige Beteiligung an der Lebensmittel-Discountmarkt Netto Supermarkt GmbH & Co. in Stavenhagen verkaufen und stellt zudem die Beteiligung am Discounter Netto Schels langfristig auf den Prüfstand.

SCHENEFELD. Erwerber der Beteiligung ist der französische Spar-Mutterkonzern ITM Entreprises S.A. „Mit dem Verkauf wollen wir stille Reserven heben und erhalten dadurch von unserer Muttergesellschaft eine Bilanzhilfe in dreistelliger Millionenhöhe“, begründet der neue Spar-Vorstandsvorsitzende Stephan Schelo den Schritt gegenüber dem Handelsblatt. An Spar hält ITM 97,27 Prozent.

Das Hamburger Unternehmen erhält durch den Anteilsverkauf von der Mutter einen Betrag in bar zwischen 100 bis 200 Mill. Euro, heißt es in Kreisen von Spar. Schelo wollte dies nicht kommentieren. Der Anteilsverkauf muss noch von Dansk Supermarket genehmigt werden, erklärte der 61-jährige Manager. Der Grund: Die dänische Supermarktkette hält die restlichen Anteile an Netto Stavenhagen und hat eine Mitspracherecht. Dansk Supermarket war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Der Discountbereich ist eine Ertragsperle im Spar-Konzern und umfasst in zwei Gesellschaften. Netto Stavenhagen, die 2003 gut 1 178 Märkte betrieben, sowie der Discounter Netto Schels. Ob Spar auch diese Beteiligung irgendwann abgibt, ist noch offen. „Für Netto Schels prüfen wir verschiedene Optionen. Dazu zählt ein Verkauf an Dritte, den Mutterkonzern oder ein weiterer Verbleib bei Spar“, sagte Schelo. Der gesamte Discountbereich hat 2003 sein operative Ergebnis auf 56,1 (42,5) Mill. Euro gesteigert.

Mit der Veräußerung des Netto- Anteils will der Vorstand den defizitären Großhandelsbereich sanieren. „Wir wollen, dass der Großhandel 2005 operativ wieder schwarze Zahlen schreibt“, erklärte Schelo. Im vergangenen Jahr hatte der Großhandel operativ einen Fehlbetrag von 19 Mill. Euro eingefahren. Spar wolle sich in Zukunft ausschließlich auf diese Sparte konzentrieren. Sie soll den selbstständigen Lebensmittel-Einzelhändler sowie weiterhin die Nettomärkte beliefern. „Damit soll das Konzernergebnis 2005 wieder positiv sein“, sagte Schelo. Im vergangenen Jahr hatte Spar bei einem Umsatz von 6,8 Mrd. Euro einen operativen Fehlbetrag von 99,4 Mill. Euro erzielt.

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