Am Mittwoch sollen erste Filialen geschlossen werden
Karstadt-Quelle riskiert Konflikt mit Verdi

Von der bevorstehenden Sanierung des Karstadt-Quelle-Konzerns sind der Gewerkschaft Verdi zufolge rund 20 000 der 45 000 Arbeitsplätze allein im Warenhausbereich betroffen. Die Maßnahmen seien nicht nur für die Arbeitnehmervertreter ein unzumutbarer Einschnitt. Auch Arbeitsplätze und Einkommen würden „nachhaltig gefährdet“.

HB DÜSSELDORF. Der Karstadt-Quelle-Vorstand steuert bei der Umsetzung seines Sanierungskonzepts für den angeschlagenen Konzern auf einen offenen Konflikt mit den Arbeitnehmern zu. Rund 20 000 der 45 000 Arbeitsplätze allein im Warenhausbereich seien nach Angaben der Gewerkschaft Verdi von den bevorstehenden Sanierungsplänen betroffen. In einer gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat des Konzerns in Berlin veröffentlichten Erklärung schrieb Verdi am Dienstag, das Konzept für die Warenhäuser sei gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtrat durchgesetzt worden. Es sei nicht üblich, das Abstimmungsverhalten im Aufsichtsrat offen zu legen, hieß es weiter.

Für Mittwoch wurde die Belegschaft zu Betriebsversammlungen einberufen. Konzernchef Christoph Achenbach sagte, die Arbeitnehmervertreter würden dem Konzept letztendlich „zustimmen müssen“, weil es ohne Alternative sei. Es werde „harte Einschnitte“ und betriebsbedingte Kündigungen geben.

Die Maßnahmen seien „nicht nur für die Arbeitnehmervertreter ein unzumutbarer Einschnitt. Arbeitsplätze und Einkommen würden „nachhaltig gefährdet“. Wer eine „Sanierung mit dem Zollstock“ wolle, „zeigt, dass er das Geschäft nicht versteht“, erklärte die Gewerkschaft unter Anspielung auf die Ankündigung des Aufsichtsrats, sich von Kaufhäusern mit weniger als 8.000 Quadratmeter Fläche zu trennen.

„Wer Tausende von Arbeitsplätzen zur Disposition stellt, kann nicht erwarten, dass die Arbeitnehmervertreter ohne Beschäftigungssicherung, ohne Tarifbindung an den Einzelhandel und ohne ein tragfähiges Zukunftskonzept weitere Opfer erbringen werden“, hieß es in der Erklärung der Gewerkschaft weiter. Allein im Warenhausbereich seien mehr als 20 000 der rund 45 000 Arbeitnehmer „vom Personalabbau, Ausgliederungen mit Tarifflucht oder Verkauf betroffen“. So sollten die Logistik-Betriebe komplett verkauft, die 130 Restaurants in den Warenhäusern ausgegliedert, 77 kleinere Warenhäuser verkauft und in den übrigen 89 Filialen ein „drastischer Personalabbau“ betrieben werden.

„Ein Sanierungskonzept, das den Namen wert wäre, und mit einer Vorwärtsstrategie verbunden ist, wurde nicht vorgelegt“, hieß es weiter. Die Arbeitnehmervertreter bei Karstadt-Warenhaus wollen nun in einer gemeinsamen Konferenz des Gesamtbetriebsrats und der Tarifkommissionsmitglieder am 04. Oktober beraten, wie ihre Ziele - Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse, der Betriebe und des Tarifstandorts - durchsetzen.

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