„Amazon Fresh“
Amazon plant großen Schritt ins Geschäft mit Gemüse

Der US-Einzelhändler Amazon will offenbar groß ins Lebensmittelgeschäft einsteigen. Insidern zufolge könnte Amazon bereits nächstes Jahr auch außerhalb der USA Eier, Erdbeeren und Fleisch liefern.
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San FranciscoIn der US-Stadt Seattle beliefert der Onlinehändler Amazon Kunden bereits seit Jahren mit Lebensmitteln. Schon diese Woche könnten ähnliche Angebote in Los Angeles starten und im Laufe des Jahres auch auf San Francisco ausgedehnt werden.

Sollte sich das Geschäft gut entwickeln, könnte AmazonFresh 2014 in 20 weiteren Ballungsgebieten angeboten werden, einige davon außerhalb der USA. Eine Amazon-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Es wäre einer der Einzelhandelsbereiche, die vom Online-Geschäft bisher fast unangetastet blieben. Im amerikanischen Lebensmittelmarkt wurde 2012 ein Umsatz von 568 Milliarden Dollar erzielt.

Seit mindestens fünf Jahren liefert Amazon über sein Pilotprogramm in Seattle auch frische Lebensmittel wie Eier, Erdbeeren und Fleisch aus. Dabei setzt der US-Konzern eigene Lastwagen ein.

Amazon könnte laut mit den Vorgängen vertrauten Personen die großen Lagerhallen teilweise umnutzen, in dem das Unternehmen schon Elektronik und andere Produkte bereithält. Durch diese Synergien könnte Amazon trotz tiefer Margen im Lebensmittelgeschäft hohe Profite erzielen.

Das Unternehmen habe bis zu vierzig Märkte im Auge, sagte Analyst Bill Bishop der Nachrichtenagentur Reuters, ohne auf die Quellen seiner Informationen einzugehen.

Amazons Expansionspläne könnten herkömmlichen Lebensmittelhändlern stark zusetzen, glaubt Bishop. „Die Angst ist, dass Amazon aus dem verlustreichen Geschäft Profite ziehen kann, indem sie gleichzeitig bestellte Produkte aus anderen Bereichen liefert“, sagte er. „Das sind angsteinflößende Aussichten für andere Lebensmittelhändler.“

Kroger, WholeFoods, Supervalu und Safeway, einige der größten Lebensmittelhändler der USA, wollten keine Kommentare abgeben.

Doch nicht alle sind sicher, dass Amazon mit den Plänen Erfolg haben kann. „Ich würde dagegen wetten“, sagte der ehemalige Wal-Mart-Manager Roger Davidson. „Die Gründe dafür, dass solche Geschäfte in der Vergangenheit scheiterten, sind unverändert.“

Diese sind Davidson zufolge, dass Frischprodukte in Lagerhäusern schnell schlecht oder bei der Auslieferung beschädigt werden.

Hinzu kommt die Konkurrenz: Der Einzelhandelsriese Wal-Mart liefert Frischprodukte in England bereits aus, testet ähnliche Angebote derzeit in San Francisco und und ist eigenen Angaben nach bereit, das Geschäft auf weitere Märkte auszuweiten, wenn die Nachfrage dafür bestünde, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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