Amazon Fresh startet in Berlin
Onlineriese macht den Supermärkten Konkurrenz

Mit leichter Verspätung startet Amazon in die Lieferung frischer Lebensmittel. Langfristig könnte der Onlinegigant eine arge Bedrohung für traditionelle Händler werden: Das Angebot ist riesig - und die Lieferzeiten kurz.
  • 1

BerlinSchon der Start zeigt, dass das Geschäft alles andere als einfach ist: Knapp einen Monat später als intern ursprünglich geplant hat der Onlineriese Amazon jetzt seinen Lieferdienst für frische Lebensmittel in Berlin gestartet. Und zunächst wird im ersten Anlauf auch noch nicht die gesamte Hauptstadt beliefert. Nur einzelne Postleitzahlen-Bereiche von Berlin und Potsdam sind verfügbar. Welche? Das kann sich der Kunde auf einer Übersicht auf der Website raussuchen.

Wie das Handelsblatt schon im März berichtet hatte, wird die Deutsche Post mit ihrem Paketdienst DHL die Lebensmittel für Amazon zum Kunden bringen. Ausgeliefert wird von einem speziellen Lager in Berlin-Tegel. „Die beiden Platzhirsche Amazon und DHL arbeiten schon lange zusammen und könnten den Online-Lebensmittelhandel auf ein relevantes Niveau heben“, prognostiziert Lars Hofacker, Leiter des Forschungsbereichs E-Commerce beim EHI Retail Institute. „Mit DHL lässt sich ein nationaler Ausbau sehr gut vorantreiben und könnte damit die Lieferung von Lebensmitteln auch außerhalb der Ballungszentren ermöglichen.“

In der Tat will Amazon den Service so rasch wie möglich auch auf andere Städte ausweiten. Als nächster Standort dürfte München starten, wo bereits ein neues Lager mit großem Frischebereich an den Händler übergeben wurde. Amazon will den Testbetrieb in Berlin laufend auswerten und davon das Tempo der weiteren Expansion abhängig machen.

Der weltgrößte Online-Händler will stationären Geschäften mit einer großen Auswahl aus rund 85.000 Artikeln Konkurrenz machen. Zum Vergleich: Ein gut sortierter Supermarkt hat etwa 12.000 Artikel, ein Discounter gerade mal 2000. Zum Sortiment gehören auch frisches Fleisch, Obst und Gemüse sowie gekühlte Artikel. Auch rund 6.000 Bio-Artikel hat Amazon Fresh im Programm.

Angeboten wird der neue Dienst zunächst nur Mitgliedern des kostenpflichtigen Abodienstes Amazon Prime. Für Fresh müssen sie nach einem Probemonat zusätzliche 9,99 Euro pro Monat zahlen. Dann sind alle Bestellungen ab 40 Euro portofrei. Liegt der Preis der Waren darunter werden jedes Mal weitere 5,99 Euro fällig.

Seite 1:

Onlineriese macht den Supermärkten Konkurrenz

Seite 2:

40.000 Arbeitsplätze könnten bedroht sein

Kommentare zu " Amazon Fresh startet in Berlin: Onlineriese macht den Supermärkten Konkurrenz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Für Fresh müssen sie nach einem Probemonat zusätzliche 9,99 Euro pro Monat zahlen. Dann sind alle Bestellungen ab 40 Euro portofrei. Liegt der Preis der Waren darunter werden jedes Mal weitere 5,99 Euro fällig."

    Das heißt:

    Ich muß 9.99 € dafür zahlen, damit mir AMAZON möglicherweise nicht frische oder verdorbene Lebensmittel nach Hause bringt. Wen ich nur Kleineigkeiten brauche zahle ich noch PORTO, für das ich auch zu Fuß umsonst zum Supermarkt um die Ecke komme.

    Zusätzlich speichert AMAZON noch alles, was ich jemals gekauft habe und SPAMtT mich wahrscheinlich noch mit "Angeboten" zu.

    NEE, ich kaufe meine Lebensmittel weiterhin nach OLD SChool-Art.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%