Amazon
Online-Händler nähert sich Milliardengewinn

Jahrelang sorgten sich Anleger über tiefrote Zahlen. Das Warten hat sich gelohnt: Im jüngsten Quartal verdiente Amazon fast eine Milliarde Dollar. Zum Erfolg beigetragen haben der Cloud-Service sowie der Mitgliederklub.

New YorkLange Zeit war Jeff Bezos der Meister der Vertröstung. Das von ihm 1994 gegründete Online-Kaufhaus brauchte ein ganzes Jahrzehnt, um den ersten Jahresgewinn auszuweisen. Danach rutschte Amazon immer wieder in die roten Zahlen, fast immer aus dem gleichen Grund: aufwendige Investitionen in ein globales Vertriebsnetz des Internetkaufhauses.

Das Warten hat sich für Aktionäre gelohnt. Das Unternehmen mit Sitz in Seattle verkündete Zahlen für das jüngste Quartal, die sich sehen lassen können. Der Umsatz stieg um 31 Prozent auf 30,4 Milliarden Dollar, eine hervorragende Leistung – allerdings erzielte der Konzern schon oft solche Steigerungsraten.

Was heraussticht, ist der Gewinn. Amazon näherte sich mit 897 Millionen Dollar der Milliardengrenze an. Eine Überraschung für die Analysten, die einen um ein Drittel niedrigeren Profit erwartet hatten.

Damit schrieb der Konzern fünf Quartale in Folge schwarze Zahlen – mit einer steil ansteigenden Dynamik. So belief sich der Gewinn im gleichen Quartal im Vorjahr nur auf 92 Millionen Dollar. Die Aktie stieg nachbörslich um knapp zwei Prozent auf einen historischen Rekordkurs.

Beim Erfolg von Amazon spielte der Mitgliederklub Prime eine große Rolle. Kunden können sich beispielsweise in den USA für jährlich 99 Dollar gratis Pakete zusenden lassen, oder bestimmte Filme per Streaming sehen. Amazon stellte den Erfolg vom neueingeführten Prime in Indien heraus, wo das Unternehmen fünf Milliarden Dollar investierte und das Angebot jetzt in 100 Städten vertreten ist. „Weltweit waren wir bei Amazon sehr umtriebig“, sagte Bezos, „vor allem in Indien“.

Fast zehn Prozent des Gesamtumsatzes von Amazon entfielen auf den Cloud-Service AWS. Die Tochter bietet Cloud-Computing an, bei dem Großkunden wie Unternehmen oder die Regierungsstellen wichtige Programme nicht mehr auf lokalen Rechnern oder Servern, sondern per Internet laufen lassen. Der Erlös in der Sparte schnellte um 58 Prozent auf 2,89 Milliarden Dollar hoch. Damit ist AWS auf bestem Weg, die von Bezos vorgegebene Umsatzmarke von zehn Milliarden Dollar im Jahr zu erreichen.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York
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