Amazon. Otto. MyToys
Digitale Wunschzettel werden immer beliebter

Lange Gesichter zur Bescherung – das möchten alle Schenkenden vermeiden. Mit digitalen Wunschzetteln sorgen Händler dafür, dass jeder das passende Geschenk finden kann. Auch im stationären Handel boomt das Konzept.
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MünchenWie kommt das Christkind eigentlich an die Wunschzettel? Und wie entscheidet es, welche Geschenkewünsche es erfüllt? Für Kinder hält die Weihnachtszeit so manches Geheimnis bereit. Doch im boomenden Online-Handel bleibt nichts mehr dem Zufall überlassen. Bei vielen Plattformen können Kunden digitale Wunschzettel anlegen und sie an potenzielle Schenker als Entscheidungshilfe weiterleiten.

Oma und Opa, Tante und Onkel bekommen es damit leicht bei der Auswahl, ersparen sich Doppel-Käufe und möglicherweise manche Enttäuschung zu Heiligabend: Kein Spielzeug oder Buch liegt mehr unter dem Christbaum, das nicht mehr altersgemäß ist oder längst schon im Regal steht, keine Jacke oder Hose wird verschenkt, die nicht passt und keine CD, die nicht den Musikgeschmack trifft. Stattdessen sollen alle genau das bekommen, was sie sich wünschen.

Aber wo bleiben Vorfreude und Überraschung, wenn es nur noch darum geht, Bestellungen per Mausklick zu tätigen und Listen abzuhaken? Und geht die Freude am Schenken nicht vollends verloren, wenn der Versandhändler auch noch das Verpacken übernimmt und sogar die Weihnachtskarte im Auftrag des Kunden beschriftet?

Platzhirsch Amazon kalkuliert gleich mit ein, dass sich die Kunden etwas Spannung bis Heiligabend erhalten wollen. Wer sich einen Wunschzettel anlegt, kann gleich die Option „Verderben Sie nicht meine Überraschung“ mit einstellen: Bestellt ein Schenker einen Artikel von seinem Wunschzettel, erfährt es der Beschenkte nicht und bekommt nur einen Hinweis, falls er selbst den gleichen Artikel ordert.

Gerade zu Weihnachten würden Wunschzettel immer beliebter, sagt ein Amazon-Sprecher. Die Kunden legen sie für sich selbst an, teilen sie mit Freunden oder der Familie oder erstellen sie gleich direkt zusammen mit ihren Kindern. Wieviel Aufwand sie sich dabei gerne abnehmen lassen, verdeutlicht eine Zahl: Alleine das Amazon-Logistikzentrum in Koblenz verbrauchte zum vergangenen Weihnachtsfest rund 24 Kilometer Geschenkpapier.

Auch bei Otto.de gewinnen Bestellungen über Merkzettel zugleich mit dem mobilen Einkauf über Tablet und Smartphone an Bedeutung. Alleine in diesem Jahr gewann das Unternehmen rund eine Million Nutzer für seine Bestell-App hinzu, wie ein Unternehmenssprecher sagt. Beim Anlegen eines Merkzettels, den die Kunden beliebig benennen und verwenden können – vom Weihnachts-Wunschzettel über die Hochzeits-Wunschliste bis zum Kindergeburtstag – wird ein Link generiert, der in sozialen Netzwerken gepostet oder per Mail versandt werden kann.

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Auch klassische Wunschzettel leben weiter

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