Amazon Prime Day „Für Amazon-Konkurrenten ist das gar nicht zu kopieren“

Amazon bombardierte seine Abo-Kunden am Mittwoch mit Schnäppchen. Für den Online-Riesen dürfte der „Prime Day“ ein Erfolg sein, sagt E-Commerce-Experte Sascha Berens. Und für den Wettbewerb eine echte Herausforderung.
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Prime-Kunden in den USA sollen fast den dreifachen Umsatz machen wie normale Amazon-Kunden. Quelle: Screenshot
„Prime Day“

Prime-Kunden in den USA sollen fast den dreifachen Umsatz machen wie normale Amazon-Kunden.

(Foto: Screenshot)

Herr Berens, hat sich der Prime-Day für Amazon gelohnt?
Es ist für Amazon zumindest eine gelungene Werbeaktion. Der „Prime Day“ ist seit Tagen doch das größte Thema in allen Schnäppchen-Foren im Internet. All die Schnäppchenjäger diskutieren darüber und lauern heute den ganzen Tag auf die neuen Angebote, die alle zehn Minuten aufploppen. Allein für diese Aufmerksamkeit hat es sich für Amazon gelohnt.

Bringt das auch entsprechende zusätzliche Umsätze?
Das dürfte funktionieren, ja. Denn Amazon hat den Tag auch genutzt, um ganz gezielt eigene Produkte in den Markt zu drücken, wie etwa den Kindle. Außerdem haben sie B-Ware, etwa aus Retouren, den ganzen Tag über zu zusätzlichen 15 Prozent Rabatt angeboten.

Prime Day oder „Shame Day“?
Geburtstagsgeschenke
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Amazon feierte seinen 20. Geburtstag mit einem weltweiten „Prime Day“ und „den besten Angeboten, die es je gab“. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen moniert allerdings, dies gelte nur für Prime-Kunden, die ein Jahresabonnement für 49 Euro abgeschlossen haben.

Amazon lässt sich feiern
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Im hauseigenen Blog präsentiert das Unternehmen dazu fröhliche Mitarbeiter. Amazon sieht sich als „fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber“.

Verdi veranstaltet Aktionstag
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Verdi druckte dagegen rund 5.000 Protest-T-Shirts und verteilte bis Mittag rund 3000 an Gewerkschaftsmitglieder im Unternehmen, wie ein Sprecher sagte. In der Frühschicht seien die Beschäftigten um 08.49 Uhr, in der Spätschicht um 16.01 Uhr aufgerufen gewesen, bei der Arbeit für eine symbolische Minute innezuhalten.

Arbeitsessen und Verlosung
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Amazon lobte am Mittwoch als Dankeschön für alle Mitarbeiter ein Arbeitsessen und Verlosungsaktionen an vielen Standorten aus.

Kein Tarifvertrag
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In den deutschen Amazon-Versandzentren wird seit April 2013 immer wieder gestreikt. Verdi will für die Beschäftigten Verträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der US-Konzern weigert sich aber bislang, einen Tarifvertrag für seine Mitarbeiter in Deutschland auszuhandeln.

Aufstiegschancen
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Amazon erklärte am Mittwoch, der Konzern bezahle „am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist“. Mitarbeiter verdienten nach zwei Jahren im Schnitt 2265 Euro im Monat inklusive Extras wie Weihnachtsgeld und Mitarbeiter-Aktien. Das Unternehmen kooperiere eng mit den Betriebsräten und schaffe Aufstiegschancen.

Vorwürfe der Gewerkschaft
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Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warf Amazon vor, „weltweit durch eine aggressiv gewerkschaftsfeindliche Haltung“ aufzufallen. In Deutschland organisierten sich Beschäftigte „mit viel Mut und Entschlossenheit“, lobte sie.

Explodiert bei Amazon jetzt die Kundenzahl beim Abo-Dienst Prime?
Erstmal auf jeden Fall. Denn jeder, der noch nicht Prime-Kunde war, hat doch jetzt zumindest die kostenlose Mitgliedschaft für 30 Tage beantragt. Wie viel davon langfristig dabei bleiben, muss man abwarten. Aber es werden sicherlich einige hängenbleiben, die den Service bei Prime schätzen gelernt haben.

Wie kann die Konkurrenz darauf reagieren?
Für andere Online-Händler ist das gar nicht zu kopieren. Dafür ist allein schon der logistische Aufwand viel zu groß. Das kann kaum ein Konkurrent leisten. Sicherlich bieten auch andere Händler wie Media Markt oder Conrad Electronics Schnäppchen-Aktionen. Aber keiner hat die Vielfalt des Angebots und zusätzlich noch den Video-Streaming-Dienst unter einem Dach.

Rechnet sich Aufwand bei Amazon Prime?
Die 49 Euro, die Kunden für das Abonnement bezahlen, decken mit Sicherheit nicht die Kosten ab. Allein der Versand, speziell wenn ein Kunde viele Kleinteile bestellt, dürfte schon erheblich teurer sein.

„Streaming-Dienst wird als Argument immer wichtiger“
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